Auf die richtige Mischung kommt es an. Und die stimmte an diesem Abend. Rund 400 Gäste konnte Volksbank-Vorstandschef Heinz-Walter Wiedbrauck im Weserberglandzentrum begrüßen. „Unser neues Konzept: Kundeninformation und Kabarett, kurz Infotainment“, so Wiedbrauck. Mit dem „Gala-Kabarettisten Christoph Brüske aus Köln landeten die Veranstalter einen Volltreffer.
„Ich komme aus´m Rheinland, schlimmer, aus Köln, auch wenn´se mich in die Ecke stell´n, ich red´ immer weiter.“ Brüske, das ist ein hyperaktiver Multiplapperer, ein Witz-Orkan und Pointen-Taifun. Der Nadelstreifen-Typ mit intellektueller Roger Willemsen-Schildpatt-Brille und Joschka-Fischer-Turnschuhen stürmt auf die Bühne und garantiert Lacher im Fünf-Sekunden-Takt. Aber von wegen kölsche Karnevalswitzchen, Brüske ist erfahrener Impro-Theaterspieler, hat im Bonner Springmaus-Team jahrelang an seiner atemberaubenden Spontaneität gefeilt. „Das ist viel Talent, aber auch harte Arbeit“, gesteht er, denn ehe alles so säße, koste es manche Perle Schweiß. Mit seinem „Gala“-Konzept ist er überaus erfolgreich. Schnellredner Brüske ist ausgebucht: Großfirmen, Verbände, Konzerne reißen sich um den agilen Mitvierziger, der redet, dass kein Auge trocken bleibt. Bad Banks, Babyface Guttenberg, Linksfahrer, grüne Welle, Deutschlands Lieblingspolitker, sie alle bekommen ihr Fett ab. Und auch auf Banker – Volksbanker ausgenommen – schießt die rheinische Frohnatur scharf und gezielt. Bissige Politsatire, schalkhafte Zeitgeistanalyse, verpackt in treffsichere Pointenpakte, die der Kölner Power-Infotainer da ins höchst amüsierte Publikum schleudert.
Kritischen Fragen weicht er nicht aus. Im Gegenteil. „Sie meinen, dass sei kein richtiges Kabarett, wenn man sich beim Klassenfeind andient?“ nimmt er die Frage vorweg. Natürlich habe es schon Fälle gegeben, da hätte man ihn eine Stunde vor der Veranstaltung gestoppt. Zu brisant, habe man ihm bedeutet. „Brüske brüskiert eben“, meint er schmunzelnd.
In Hameln aber ist er nicht zu stoppen. Und so improvisiert er auf Sinatras „New York, New York“-Melodie vom neuen Fußgängerzonen-Pflaster. Und bleibt im Reim, wenn er mit der Frage fortsetzt: „Woher nimmt Frau Lippmann bloß den Zaster?“ Der Rest seiner Hameln-Hommage geht im Jubel und Applausorkan unter.