Glory Gospel Singers

06.11.2009 16:38 - Zeitung

gospel1„So eine westfälisch-katholische Seele wie meine ist da schon stark herausgefordert“, meinte Gemeindereferent Matthias Risau-Klöpper, doch zur Pause war der Anflug von Skepsis wie weggewischt. „Der Funke ist übergesprungen“, stellte er zusammen mit rund 400 Konzertbesuchern in der ausverkauften St. Elisabeth-Kirche fest. Schon nach den ersten Titeln des sechsköpfigen Gospel-Orkans der „The Glory Gospel Singers“ aus dem New Yorker Stadtteil Haarlem gab es Applausstürme.

„Die Leute in Hameln sind wirklich gut drauf“, erklärte der Chef der Truppe, Eric Sumpter, im Pausengespräch. Dem Landkreis Hameln-Pyrmont stattete der Chor in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal einen Besuch ab. Wie in Bad Pyrmont zu Jahresanfang, so erfreute sich auch das Hamelner Publikum nicht nur am mal gefühlvollen, mal vor Rhythmus berstenden Vortragsstil der drei Sängerinnen und zwei Sänger, sondern ließ sich mit stellenweise nahezu extatischer Hingabe in die gospeltypischen Wechselgesänge einbinden. Unter Sumpters humorvoller und einfallsreicher Leitung liefen Chor und Konzertbesucher zu gemeinsamer Höchstform auf, sangen und klatschten zu klassischem Gospel und tanzten bei „Oh when the Saints…“ vor der Pause mit den Sängern zusammen um den Altar.

Im zweiten Teil präsentierten die US-Sänger, allesamt studierte Musiker, ihre Solotalente. Herausragend: Sharon William, die mit dem Sister-Act-Titel „I will follow him“ ebenso glänzte wie mit einer interessanten Interpretation von „Amazing Grace“.

Zwar hätte man sich eine akzent- und umfangreichere Instrumentierung gewünscht, doch Emanuel Smith am Keyboard gab sein Bestes hatte aber gegen die Stimmvolumen und das Temperament seiner Haarlemer Mitstreiter keinen leichten Stand.

„Wir gehören alle verschiedenen christlichen Kirchen an und machen das aus tiefem Glauben heraus“, so Eric Sumpter. „Es ist eine Show, aber keine Liturgie“, stellte Matthias Risau-Klöpper klar. Egal, das starke Glücks- und Gemeinschaftsgefühl beim „Oh Happy Day“ und beim abschließenden, Hand in Hand gemeinsam gesungenen „We shall overcome“ wird den Besuchern dieses Abends noch lange in Erinnerung bleiben.