Gansäuers Welfen

16.11.2009 16:45 - Zeitung

wappenDie Welfen, hoch verehrt und tief gehasst, so könnte man das Auf und Ab des ältesten Fürstengeschlechtes Europas beschreiben. Zu welcher Einschätzung man auch immer neigt, sie haben insbesondere in Norddeutschland, aber nicht nur dort, tiefe Spuren hinterlassen. Von den Städtegründungen Lübecks und Münchens, bis zum Ausbau Braunschweigs und Hannovers, sowie der von 1714 bis 1837 währenden Personalunion mit dem Königreich England ist ihr tief greifendes Wirken bis heute sichtbar. Der einzige Kaiser aus dem Welfenhaus, Otto IV., ist vor genau 800 Jahren, am 4. Oktober 1209, von Papst Innozenz III. gekrönt worden. Sein Vater war Heinrich der Löwe, einer der spektakulärsten Herrscher des Mittelalters.

Einen Überblick über 1200 Jahre Welfengeschichte gibt der frühere Landtagspräsident Jürgen Gansäuer, der in seiner Amtszeit selber Hausherr eines welfischen Schlosses, dem heutigen Niedersächsischen Landtag gewesen ist.

Seit Oktober 2008 ist Jürgen Gansäuer als ordentlicher Student an der Georg-August-Universität Göttingen im Bachelorstudiengang Geschichte eingeschrieben, obwohl er kein Abitur vorweisen kann. Der 1944 in Hahnenklee geborene CDU-Politiker gilt als ausgewiesener Kenner der Landesgeschichte.

Gansäuer ist es ein beson­deres Anliegen, mit ausgewählten Vorträgen und weiteren Pro­jekten das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger für die niedersächsische Landesgeschichte zu stärken. Ausgehen sollen davon gedankliche Impulse, sich mit der eigenen Geschichte auseinander zu setzen – auch in den Regionen des Landes.

Für die fachliche Konzeption der 2006 von Gansäuer initiierten Reihe „Landesgeschichte im Landtag“ wur­de eigens eine von Professor Dr. Carl-Hans Hauptmeyer (Historisches Seminar der Universität Hannover, Grün­dungsvorsitzender des Niedersächsischen Instituts für Historische Regionalforschung e. V.) geleitete Kommission aus hochrangigen Experten ge­gründet.

Die hat es sich zur Aufgabe gemacht, die wichtigsten landesgeschichtlichen The­men zu bearbeiten. Die daraus resultierende breite thematische Streuung hält für jeden historisch Interessierten etwas Spannendes und so manche unvermutete Neuigkeit bereit.

Die Vortragsveranstaltung beginnt am 20.11. um 19.30 Uhr im Foyer des Martin-Schmidt-Konzertsaales. Eintritt 5 Euro (erm. 3 Euro)