Paukenwirbel - Paukenschlag

17.11.2009 01:13 - Zeitung

Eingangs ertönte die deutsche Nationalhymne, die, so Langehein, „Hymne ohne Hymnisches“, eine in der Geschichte „vielfach verzerrte“, wohl bekannteste Komposition Joseph Haydns. Dessen Todestag jährte sich am 31. Mai zum 200. Mal. Grund genug, Leben und Werk im Vorgriff auf das 2. DEWEZET-Classics-Konzert heute Abend in Kurzform Revue passieren zu lassen. Ein Unterfangen, das angesichts seiner Komplexität, so Langehein, nur „in Annäherung“ möglich sei.

Gleichwohl wusste Langehein zusammen mit Jürgen Schoormann in gut ausgewählten Text- und Tonbeispielen nicht nur die wichtigsten Lebensstationen Haydns darzustellen, sondern insbesondere die Bildhaftigkeit seiner Kompositionen zu verdeutlichen: „… und es ward Licht“, die berühmte Stelle aus der „Schöpfung“, die musikalische Umsetzung des „Chaos“, die Erschaffung der Tierwelt, und natürlich die Sinfonien mit dem „Paukenschlag“ und dem „Paukenwirbel“. Letztere, gelegentlich mit der „Sinfonie mit dem Paukenschlag“ verwechselt, wird im Konzert des Staatsorchesters Braunschweig erklingen und wurde von Karla Langehein deshalb einer genaueren Analyse unterzogen. 1795, am Ende seines zweiten Englandaufenthaltes uraufgeführt, gehöre das Werk „zu den Marksteinen in der Geschichte der Sinfonie“. Am Klavier verdeutlichte Langehein wie es Haydn gelingt, aus einer an sich recht trockenen Tonfolge mit wenigen Kunstgriffen ein mitreißendes, schwungvolles Motiv zu machen.

Neben dem von Haydn genutzten Formenapparat wartete Langehein auch mit Details aus der Haydn-Biografie auf. Spannend die Tatsache, dass sein offensichtlich geraubter Totenschädel lange Zeit verschwunden war und erst 1954 wieder zu den Gebeinen zurückkam.

Langehein: „Es gab sogar den Versuch einen falschen Schädel unterzuschieben.“

Weniger dramatisch, dafür ungleich erhebender wird es beim 2. Konzert der DEWEZET-Classics Reihe zugehen, in dem neben Joseph Haydns „Sinfonie mit dem Paukenwirbel“ auch Werke vom Tschaikowski zu hören sein werden.