Dance Masters! Irish Dance - tanzen was die Füße hergeben
Der Abend stand ganz im Zeichen der grünen Insel: wabernde Bühnennebel, mystisch-magische Lichteffekte und jede Menge „Irish Dance“. Choreograph Richard Griffin, Spezialist für irische Tanzshows, will mit den „Dance Masters!“ erstmals die komplette Geschichte des irischen Stepptanzes in einer schwungvollen Show auf die Bühne bringen.
Foto: Verdrehte den Männern den Kopf - Jennifer Corless als Kate.
Verpackt in eine kleine Liebesgeschichte zwischen dem „Dance Master“, der natürlich feuerrotes Haar hat und Patrick heißt, und der temperamentvollen Kate, tanzt sich das Ensemble von den 200 Jahre alten „Jigs“, „Heys“ und „Trenchmores“ über die traditionellen Tanzwettbewerbe des 19. Jahrhunderts bis hin zum modernen, kommerzialisierten Formations- und Showtanz der Gegenwart.
Unterstützt durch eine effektvolle, ausgeklügelte Lichtregie und Videoeinspielungen irischer Landschaften treibt „Dance Master“ Patrick, der aus Nordirland stammende Aidan Garvey, seine Mittänzerinnen und Mittänzer zu Höchstleistungen, stets im Clinch mit dem bösen Konkurrenten um Kates Gunst, dem schwarzhaarigen, vielfach preisgekrönten „Irish Show Dancer“ Kevin Murray.
Für reichlich Erotik sorgt Jennifer Corless als Kate, die den beiden gehörig den Kopf verdreht.
So durchtanzt und vor allem durchsteppt das Ensemble, zeitgemäß kostümiert, immer neue Epochen bis hin zum feurigen Showdown und „happy end“.
Aufgelockert wird die Zeitreise durch die Welt des irischen Tanzes mit einer gelungenen, in zarte Pastellfarben getauchten, Solo-Gesangseinlage der talentierten Sioban O´Connor, und mehrere volkstümlich deftige Nummern des Trios um den virtuosen Flötisten und Dudelsackspielers Stephen O´Connor.
Zugegeben, man mag drüber streiten, ob das eher bauchtanztaugliche Outfit der Kate so recht zum sittenstrengen irischen Katholizismus passt, ob die Liebesgeschichte nicht doch zu aufgesetzt bleibt, und warum die kulturgeschichtlichen Informationen kaum mehr Intensität erreichten als Werbung für irische Landbutter. Auch die Frage, warum James Riley mit seinem Gesangs- und Gitarrensolo vom „wild rover“ dem mitklatschsüchtigen Publikum auch noch die „Nordseeküste“ anhängte, blieb offen.
Unterm Strich aber eine dynamische, überzeugend choreographierte, durchaus gefühlvolle und unterhaltsame Tanzshow, wenngleich zu stolzem Eintrittspreis und ohne inhaltliche Tiefe.
