BIKonelli-Gala

28.02.2010 14:24 - Zeitung

b7Schon lange vor Veranstaltungsbeginn war Schlangestehen angesagt, denn keiner der rund 600 Zuschauer in der Sporthalle der Abraham-Lincoln-Schule wollte sich die große BIKonelli-Jubiläumsgala entgehen lassen. „Ausverkauft!“ freute sich dann auch das Team um BIKonelli-Chef Jürgen Becker, der mit seinen rund 40 Helfern für einen reibungslosen Anlauf sorgte.

Bild: Entzückten - Schneewittchen (Melinda Müller) und Seiltänzerin Ann-Christin Schmidt

„40 hinter der Bühne und 40 auf der Bühne“, erklärte der ehemalige BIKonelli- Vorsitzende Hubertus Japes. „Wir haben außerdem mit Georg Seibert und Heike Japes zwei Regisseure und dann noch acht Kinderbetreuer im Einsatz.“ Für die BIKonellis sei „nach der Gala immer vor der Gala“. Rund ein Jahr hätten die Vorbereitungen zum Zehnjährigen gedauert.

Eine gewaltige logistische und organisatorische Leistung, bei der von der Programmgestaltung über das Training bis hin zu Versicherungen und Abnahme der Geräte durch das Bauamt des Landkreises an alles gedacht werden müsse. „Da haben wir viele Gebühren hingeblättert, um das alles technisch abnehmen zu lassen“, stellte Japes fest.

Umso erfreuter waren die Organisatoren über eine Spende der Hamelner Rotarier, die die Kosten für die Anschaffung einer transportablen, 100 Plätze großen Tribüne (Wert 2500 Euro) übernahmen. „BIKonelli, das ist eine tolle Idee, die wir unterstützen, denn da wird Kindern eine Aufgabe gegeben, werden ihnen Werte wie Kameradschaft, Leistung und soziales Miteinander vermittelt“, so der 63-jährige derzeitige Hamelner Rotary-Präsident Ernst Kaiser, der zusammen mit seinem Stellvertreter Markward von Bülow und dessen Frau Renate zur Jubiläumsgala gekommen war.

Während der abendliche Vollmond langsam über Bad Münder aufzog, erfüllte Vogelgezwitscher die Sporthalle und grünsilbrige Feen und schaurige Monster huschten übers Parkett und durchs Publikum. Was folgte, war eine mehrstündige, unterhaltsam inszenierte, artistische exzellent gestaltete Gala, in der Seilakrobaten, Einradfahrer, Trapezkünstler ebenso begeisterten wie die Clowns und die reich beklatschten Diabolo-Jongleure, Stelzenläufer und Zauberkünstler.

Da hielt es selbst die fast zweijährige Pauline nicht mehr auf ihrem Platz, wenn auch ihr Interesse eher dem großen roten, durch die Halle kullernden Ball der Seiltänzerinnen galt, den sie sich einfach schnappte.

Und auch die beiden Freundinnen Emma und Paula aus Hachmühlen und Hilligsfeld mochten dem „Feenzauber“ nicht so recht trauen und hielten angesichts so viel mitreißender Artistik Cola und Popcorn fest umklammert.

In den letzten zehn Jahren haben die BIKonellis längst die Eierschalen eines bloßen Kinder- und Jugendzirkus abgestreift und sind zunehmend professioneller geworden. „Einige, die bei uns klein angefangen haben, studieren bereits im Bereich Zirkus und Theater“, so Hubertus Japes nicht ohne Stolz. „Kaum zu glauben, dass das alles vor zehn Jahren mal mit einem einfachen Zeltlager begonnen hat.“ Nachwuchssorgen hat BIKonell nicht. Im Gegenteil. Von den Leistungen der „BIKonelli-Minis“ konnten sich die Zirkusfreunde aus nah und fern am Sonntagnachmittag bei der „Mini-Gala“ überzeugen.