Julian Heider geht

07.03.2010 14:38 - Zeitung

heidwebKantor Julian Heider verlässt die Petri-Pauli-Gemeinde Bad Münder

„Das war und ist eine traumhafte Stelle. Ich habe in Bad Münder vier Jahre auf einer wunderschönen Stelle verbracht“, schwärmte Kantor Julian Heider bei seiner Verabschiedung im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes in der Petri-Pauli-Kirche.

Bild: Julian Heider bei seiner Abschiedsrede vor der Münderaner Rohlfs-Orgel

„Die Stelle in Bad Münder ist ein Sprungbrett für den talentierten Kirchenmusikernachwuchs“, so der Organist, der zum 1. April eine hauptamtliche Stelle als Kirchenkreiskantor in Schöppenstedt antritt. „Kantor in Bad Münder zu sein, das ist wie ein großes Praktikum, denn was man hier lernt, das ist wirklich Gold wert.“ Sicherlich, die Bezahlung sei mager, weil nur auf einen Nebenjob ausgerichtet, immerhin sei das aber „besser als Kellnern“. Was man im Studium lerne, könne in man in Bad Münder direkt in der Praxis erproben.

Heider zitierte den Springer Kirchenmusiker Prof. Cornelius Schneider-Pungs, nach dem die Stelle in Bad Münder alles habe, was man als Organist und Kantor brauche, nur eben viel, viel kleiner.

Heider, der erst im März die letzten Prüfungen im Rahmen seines Studiums zum A-Kirchenmusiker abgelegt hat, schätzt in Bad Münder vor allem das harmonische Zusammenwirken zwischen Liturgie und Kirchenmusik. „Oft ist es so, dass sich Pastor und Kantor als Konkurrenten empfinden. Nicht so in Bad Münder.“ Eine Feststellung, die auch Petri-Pauli-Pastor Dietmar Adler bestätigt: „Gerade in der Gottesdienstgestaltung haben wir sehr kreativ und konstruktiv kooperiert. Julian Heider hat in diesen Bereichen brillant und sehr sorgfältig gearbeitet.“ Überhaupt habe man bislang „immer Superleute“ gehabt, die sich in Bad Münder „die ersten Sporen verdient“ hätten. Auch in der Fortführung der Konzertreihe der „Klanghorizonte“, der neu geschaffenen „Langen Nacht der Orgel“ und der erst unlängst initiierten „Kleinen Orgel-Nachtmusik“ habe Heider neue Maßstäbe gesetzt.

Voll des Lobes und auch Wehmut über den Fortgang Heiders waren auch die Mitglieder des ökumenischen Kirchenchores. „Julian hat so eine angenehme, ruhige und humorvolle Art, kriegt aber trotzdem immer das aus uns heraus, was er haben möchte“, so Chorsängerin und Kirchenvorstand Margret Luther. Zusammen mit der Gemeinde hofft sie auf eine Neubesetzung der Stelle „in absehbarer Zeit.“ Voraussetzung sei lediglich eine C-Prüfung, obwohl man seit Jahren immer Glück gehabt und mit A-Musikern und talentierten Studenten „viel zu hoch qualifizierte Kräfte“ auf dieser Stelle gehabt habe. Zwei Bewerbungen lägen bereits vor.

Julian Heider, dem zum Abschied in allen Bereichen sehr gute Noten ausgestellt wurden, sieht die Gesamtsituation der Kirchenmusik mit Zuversicht, wünscht sich jedoch gelegentlich „ein größeres Selbstverständnis da, wo es um Gottesdienst geht.“ Oft gäbe es da „Tendenzen in Richtung Spaßgesellschaft, was dem Wesen des Gottesdienstes entgegen steht.“ In Bad Münder freilich könne davon keine Rede sein. Schließlich sei die Kantorenstelle hier auch für seine potenziellen Nachfolger ein „Traumjob“, den er ihnen in jeder Hinsicht ans Herz lege.