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Springer Dialog 2019

Springer Dialog 2019

Donnerstag, 04. Juli 2019
Bild: Prof. Michael Vester war der Hauptreferent beim diesjährigen Springer Dialog

Den etablierten „Volks“-Parteien laufen die Mitglieder weg. Vor allem die jungen. Aber auch Gewerkschaften und andere „politische Mitgliederorganisationen“ sind von diesem Aderlass betroffen. Was tun? Das war die Fragestellung des diesjährigen „Springer Dialogs“, zu dem vor allem Vertreter aus Politik und Gewerkschaften in die Heimvolkshochschule am Deisterhang gekommen waren.

„Wir wollen untersuchen, wie Mitgliederorganisationen junge Leute ansprechen können und wie gesellschaftliches Engagement in heutigen Zeiten übersetzt werden kann“, umriss Tobias Gombert die Fragestellung. Der 44-jährige Erziehungswissenschaftler arbeitet seit 2013 am Bildungs- und Tagungszentrum der Heimvolkshochschule und ist als deren Leiter Nachfolger von Gerd Schumacher.

„Junge Leute sind heute wieder sehr politisch, aber auf andere Art und Weise, und wir müssen überlegen, wie darauf zu reagieren ist“, so Gombert.

In einem ebenso pointierten wie informativen Vortrag stelle der fast 80-jährige emeritierte hannoversche Politikwissenschaftler Michael Vester „Aspekte der Sozialforschung“ zur Problematik vor. „Was ist die Botschaft der Jungwähler?“, fragte Vester, der das Desaster der großen Parteien bei der Europawahl zum Anlass nahm, zum einen den Strukturwandel von Parteiensystem und politischer Willensbildung, zum anderen sozial Milieus und junge Generation sowie die bisherige Politik der SPD dazu zu beleuchten. Mitgliedschaft in Parteien habe infolge von steigender Altersstruktur und starker Abnahme von „Alltagspräsenz“ bei jungen Leuten an Attraktivität verloren. Zudem seien mit den sozialen Medien „segmentierte Teilöffentlichkeiten des Politischen“ entstanden.

Scharf rechnete Vester mit der verfehlten Politik der SPD-Führung als Reaktion auf diesen Strukturwandel ab. Schröders „neue Mitte-Ideologie“ sei dabei ebenso fatal gewesen wie die „Klüngellogik“ in der Hochschulpolitik oder Sigmar Gabriels unüberlegte Abschaffung der Orientierungsstufe.

„Man respektiert uns nicht!“ sei das Grundgefühl einer sich derzeit neu orientierenden jungen Generation. Die stellte Veser in einer umfassenden Darstellung in Bezug zu einer sich rasant verändernden Gesellschafsstruktur. Das Ergebnis: „Wir haben eine Spaltung der Gesellschaft in Gewinner und Verlierer.“ Es bestehe akuter Handlungsbedarf. Den diskutierten im zweiten Teil der diesmal nur eintägigen Veranstaltung Vertreter betroffener Mitgliederorganisationen.

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