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Buchkritik Ankündigung

Samstag, 23. Mai 2026 - Allgemein

Der neue Roman von Gerold und Hänel

Zur Premiere eine KrimiLesung

Erste Veranstaltung nach dem Einzug der Stadtbibliothek in die neuen Räume

Von Christoph Huppert

Springe. Die Freude ist Tibor Maxam, dem Leiter der Springer Stadtbibliothek und seiner Mitarbeiterin Claudia Oltersdorff ins Gesicht geschrieben. Die 31000 Bücher und ebenso viel elektronischen Medien haben einen neuen repräsentativen Platz gefunden. Der ideale Ort, um mit einer Lesung im durch die Sonne, die durch das gläserne Dach fällt, passenden Atmosphäre. Schon vor der Lesung gibt es Lob von allen Seiten für den neuen Standort der Stadtbibliothek im Hochhaus direkt gegenüber dem NDZ-Verlagsgebäude in der Bahnhofstraße.

Natürlich hat Maxein den Tisch, an dem die beiden Autoren Ulrike Gerold und Wolfram Hänel lesen, vor der großen Regalen mit Kriminalliteratur platziert. „Ja, der Krimi lebt und ist nicht totzukriegen“, stellt Maxein mit einem Blick auf die Bücherbestände zufrieden fest. Nach dem Auftakt mit der Lesung aus Ulrike Gerolds und Wolfram Hänels neuem Roman sollen bald weitere Veranstaltungen folgen, teilt Maxein mit. „Musik. Literatur, Kabarett, wir sind da offen.“

„Tödlicher Hafen. Kokainküste“, so lautet der Titel ihres neuen Romans. „Ich glaube damit ist das Dutzend bestimmt voll“, schmunzelt Wolfram, während Arndt Schulz, der die Lesung auf der Gitarre musikalisch illustriert probehalbe schon mal „Auf der Reeperbahn nachts um …“, den Hans-Albers-Klassiker, intoniert.

Vier Passagen aus ihrem Romanneuling haben Gerold und Hänel ausgewählt, doch sie haben überdies jede Menge interessanter Informationen aus der Welt der Verlage und dem Wandel in der schreibenden Zunft mitzuteilen. Etwa, wie man es schafft mit einigen Tricks auf die Spiegel-Bestellerliste zu kommen. „Man kauft zu Beginn der Woche auf eigene Kosten drei bis 4000 Exemplare des eigenen Buches und schwupps ist man auf der Spiegel-Bestseller- Wochenliste, die nach Verkaufszahlen und nicht nach Qualität rechnet.

Die Zuhörer, meist weiblich und über 50, erfahren etwas über den Wandel in der Gruppe der Autoren. „Vor allem die Regionalkrimis, die eine Flaute hatten, sind durch die Selfpublisher wieder im Kommen, Schreiben und veröffentlichen kann heute leider jeder“, bedauert Hänel. Einige Verlage haben zudem bei ihren Marktbeobachtungen herausgefunden, dass die „true crime“-Welle momentan geradezu überschwappt und extrem gut in allen Medien läuft. Aber auch auch Titel und Klappentexte seien nicht von den Autoren verfasst, sondern nach Marketingaspekten vom Verlag festgelegt. Und so lesen die beiden zur Einführung erst einmal die Rückseite ihres 350-Seiten Buches vor: Ein Zollteam ermittelt, als eine Kapitänin ermordet worden ist. Im Mittelpunkt stehen die Zollfander Lea Ulrichs und Jan Ole Menken, ihr Ehemann. Und die beiden verdeckten Ermittler stoßen im Hamburger Hafen auf ein gefährliches Netzwerk des europäischen Drogenmarktes. doch jemand beobachtet sie und sie geraten in Lebensgefahr.

„Nein, wir beide schreiben nicht zusammen an einem Schreibtisch“, verrät Wolfram. „Getrenntes Schreiben bringt den Erfolg. „Nur den Plot machen wir zusammen, die Personen und das Hauptgerüst. „Am Ende lesen wir es und gegenseitig vor und ich verpasse dem Text einen einheitlichen Stil.“

Die beiden Autoren verraten den gespannt lauschenden Zuhörern, wie sie an die Informationen aus dem Hamburger Hafen gekommen sind, auch das gerät zu einer lebhaften und spannenden Geschichte aus ihrer Vergangenheit. Angefangen haben beide beim Theater in Hannover und Hildesheim, später entdeckten sie das Schreiben, wobei vor allem Wolfram sich als Kinder- und Jugendbuchautor einen Namen gemacht hat.

Die Darstellung der Atmosphäre des Hamburger Hafens fasziniert auch das Ehepaar in der ersten Reihe. Das kommt eigentlich aus Dreden, hat aber auch in Springe ein Häuschen. „Wir kannten das Buch noch nicht, aber das steht jetzt natürlich auf unseren Leseplan“, versichern die beiden.

Das Ende der Handlung wird nicht verraten, aber qualitativ reiht sich der „Tod im Hamburger Hafen“ in die bisherigen Romane von Gerold und Hänel ein. Und auch Zoll und Polizei kommen gut dabei weg. Das Thema ist hochaktuell. „Wir reden von einer weißen Flut, die uns alle überrollt“, zitieren sie einen Hamburger Zollbeamten.

Bei ihrer Lesung zur Premiere der neuen Vortragsabteilung der Springer Stadtbibliothek haben Ulrike Gerold und Wolfram Hänel die Wellen der Begeisterung hochschlagen lassen. Man darf sich auf weitere Veranstaltungen freuen.

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