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Herbstfest in der Alten Wache

Herbstfest in der Alten Wache

Montag, 12. Oktober 2026

Drei vom Pufferstand: Die Alte Wache feiert den Herbst

Beim Herbstfest in Hasperde geht es um Kartoffelpuffer, Kürbissuppe und vor allem um das Miteinander. Der Verein setzt auf Begegnungen im Dorf – und blickt schon auf die nächsten Veranstaltungen.

Von Christoph Huppert

Der Duft von Kartoffelpuffern liegt in der Luft

Es ist Herbst in Hasperde. Über dem Gelände der Alten Wache stehen Pavillons, Menschen kommen miteinander ins Gespräch, und an der Essensausgabe dreht sich alles um eine Spezialität, die bei vielen Besuchern Erinnerungen an frühere Zeiten weckt: frisch gebratene Kartoffelpuffer.

Dazu gibt es Pilzpfanne und Kürbissuppe. Es sind die passenden Gerichte für diese Jahreszeit, in der die Tage kürzer werden und man es sich gerne mit anderen gemütlich macht. Das kleine Herbstfest der Alten Wache ist dabei weit mehr als eine Gelegenheit, gemeinsam zu essen.

„Das Wichtigste dabei ist eigentlich das Kartoffelpufferbraten“, erklärt eine Vertreterin des Vereins mit einem Lächeln. Doch schnell wird deutlich, dass es nicht allein um die kulinarischen Genüsse geht. Die Veranstaltung soll Menschen zusammenbringen, Gespräche ermöglichen und das Gemeinschaftsgefühl im Ort stärken.

Bis zu 200 Gäste hatte man bei freundlichem Herbstwetter erwartet. Sollte es regnen, steht eine Alternative bereit: Dann wird eben drinnen zusammengerückt. „Plan B wäre, dass es hier drinnen stattfindet, dass wir alle nach drinnen ein bisschen enger zusammenrücken können“, sagt die Organisatorin und Vorsitzende der „Alten Wache“, Brigitte Ehrlich.

Drei Männer am Pufferstand

Während andernorts die Damen am Grill stehen, sind in Hasperde drei Männer für die Kartoffelpuffer zuständig. Einer von ihnen ist Erich Gudde, der gemeinsam mit seinen Mitstreitern dafür sorgt, dass die knusprigen Fladen auf die Teller kommen.

Gudde ist 76 Jahre alt und seit den Anfängen dabei. „Seitdem wir hier den Verein gegründet haben und das erste Herbstfest gemacht haben, haben wir Puffer gemacht. Und seitdem mache ich das. Alle Jahre wieder, kann man so sagen“, erzählt er.

Das Rezept ist allerdings ein gut gehütetes Geheimnis. Auf die Frage, was in einen echten Alte-Wache-Kartoffelpuffer gehört, kommt die knappe Antwort: „Das verraten wir natürlich nicht.“

Ein wenig lässt sich der erfahrene Pufferbrater dann doch entlocken. Kartoffeln seien natürlich wichtig, erklärt er. Alles Weitere bleibt Sache der Küchenmannschaft. Schließlich soll die Spezialität auch beim nächsten Fest wieder schmecken.

Früher seien 300 bis 350 Kartoffelpuffer gebraten worden, berichtet Gudde. Diesmal fällt die Menge wegen des wechselhaften Wetters etwas kleiner aus. Rund 200 Stück sind die übliche Größenordnung für das Fest.

Die Tradition hat sich inzwischen etabliert. Seit der Vereinsgründung gehört das Kartoffelpufferbraten zum Herbstprogramm. Was für die Besucher nach einer herzhaften Mahlzeit aussieht, bedeutet für die Helfer einige Arbeit – und für die Gäste einen guten Grund, wiederzukommen.

Ein Treffpunkt für das Dorf

Dass die Alte Wache mehr sein will als ein Veranstaltungsort, zeigt sich in den Gesprächen am Rande des Festes. „Kommunikativ“ solle es zugehen, sagt die Organisatorin. Die Menschen sollten sich wiedersehen, miteinander reden und einen angenehmen Nachmittag verbringen.

Gerade in kleineren Ortschaften sind solche Begegnungen wichtig. Die Alte Wache versteht sich als Anlaufstelle für das gesellschaftliche Leben in Hasperde. Nach Angaben aus dem Verein ist sie der einzige verbliebene Verein im Ort. Umso wichtiger seien Kooperationen mit den Nachbarorten Flegessen und Klein Süntel.

Auch Besucher aus Bad Münder gehören längst zur Stammkundschaft. Heike Oklitz ist nach eigener Aussage regelmäßig dabei. Kartoffelpuffer selbst zuzubereiten, sei schließlich mit einigem Aufwand verbunden. „Wenn ich sie hier kriege, dann gehe ich hier hin. Außerdem stinkt’s nicht so in der Küche“, sagt sie lachend.

Es ist eine Antwort, die gut zum unkomplizierten Charakter des Festes passt: Man trifft Bekannte, isst gemeinsam und muss sich um die Arbeit am Herd nicht selbst kümmern.

Anerkennung für das Ehrenamt

Neben dem Herbstfest gibt es für die Alte Wache auch eine Nachricht, über die sich die Verantwortlichen freuen. Der Verein ist für eine Auszeichnung der AWESA nominiert worden. Die Ehrung soll am 23. Oktober stattfinden. Ob die Zahl der Stimmen für eine Auszeichnung reicht, war zum Zeitpunkt des Gesprächs noch offen.

Für die Organisatoren ist bereits die Nominierung eine Anerkennung ihrer Arbeit. Denn Veranstaltungen wie das Herbstfest entstehen nicht von allein. Es braucht Menschen, die planen, einkaufen, kochen, aufbauen und anschließend wieder aufräumen.

Auch praktische Verbesserungen für die Vereinsarbeit stehen auf der Wunschliste. So möchte die Alte Wache neue Tische anschaffen, die sich zusammenklappen und rollen lassen. Ein entsprechender Antrag wurde gestellt; von der Sparkassenstiftung Weserbergland gibt es nach Angaben des Vereins eine positive Rückmeldung.

Solche Anschaffungen mögen auf den ersten Blick unspektakulär erscheinen. Für einen Verein, der regelmäßig Veranstaltungen ausrichtet, können sie jedoch eine spürbare Erleichterung bedeuten.

Vom Herbstfest bis zum Weihnachtsmarkt

Lange bleibt es in der Alten Wache nicht ruhig. Für den 25. Oktober ist um 14 Uhr ein Gottesdienst mit Taufe vorgesehen. Anschließend soll es Kaffee und Kuchen geben. Der Verein freut sich besonders darüber, dass damit auch der jüngster Mitbürger aus Hasperde in den Mittelpunkt rückt.

In der Adventszeit stehen weitere Begegnungen auf dem Programm. Am 29. November, dem ersten Advent, findet im Schloss wieder ein Weihnachtsmarkt statt. Kunsthandwerker, Weihnachtsmann, Kaffee und Kuchen sowie Bratwurst sollen für vorweihnachtliche Stimmung sorgen.

Daneben sind offene Adventstreffen geplant, bei denen man sich abends unkompliziert begegnen kann. Ob auch eine Feuerzangenbowle dazugehört, muss noch besprochen werden.

Und auch das kommende Jahr ist bereits im Blick: Grünkohlessen, Knobeln, ein Kunsthandwerkermarkt im März, Kleidertauschbörsen und das Gutsparkfest im Juli sollen das bewährte Veranstaltungsprogramm fortsetzen.

Gemeinschaft braucht Menschen

Die Alte Wache kann nicht alle Probleme eines Dorfes lösen. Auch die Verantwortlichen sehen, dass es nicht viele junge Familien gibt. Umso mehr freuen sie sich über die Taufe, die im Oktober in ihren Räumen stattfinden soll.

Vielleicht liegt gerade darin die besondere Bedeutung des Vereins: Er schafft Gelegenheiten, bei denen Menschen unterschiedlichen Alters zusammenkommen können – beim Gottesdienst ebenso wie beim Kartoffelpufferessen.

Am Ende geht es an diesem Herbsttag deshalb um mehr als knusprige Fladen und dampfende Kürbissuppe. Es geht um Menschen, die sich Zeit füreinander nehmen, die gemeinsam etwas auf die Beine stellen und die ihren Ort lebendig halten wollen.

Die drei Männer am Pufferstein gehören dazu. Sie stehen an der heißen Pfanne, halten ihr Rezept geheim und machen weiter wie in den Jahren zuvor. Für die Gäste ist das ein kulinarischer Genuss. Für Hasperde ist es ein Stück gelebte Gemeinschaft.

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