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Artes Wesera beendet Ausstellungsjahr mit „Querbeet“

Artes Wesera beendet Ausstellungsjahr mit „Querbeet“

Dienstag, 03. November 2026

Hameln. Mit einer Gemeinschaftsausstellung unter dem Titel „Querbeet“ beschließt die Künstlergemeinschaft ARTES WESERA ihr Ausstellungsjahr. Bis zum 13. Dezember haben Besucher noch einmal Gelegenheit, die Vielfalt regionaler Kunst in den Räumen der Künstlergemeinschaft zu entdecken. Rund 18 der insgesamt etwa 24 Mitglieder beteiligen sich an der Präsentation, die einen breiten Querschnitt durch die unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen bietet.

„Jedes Mitglied kann sein schönstes oder beliebtestes Bild aufhängen“, erläutert Pressesprecherin Käthe Thielke den Gedanken hinter der Ausstellung. Dabei geht es nicht um ein einheitliches Thema oder eine gemeinsame Stilrichtung. Vielmehr sollen die individuellen Vorlieben und künstlerischen Handschriften der Beteiligten nebeneinanderstehen und gerade dadurch die Vielfalt der Gemeinschaft sichtbar machen.

Das Ergebnis ist eine abwechslungsreiche Schau, die unterschiedliche Techniken und Materialien zusammenführt. Neben Malerei in Acryl, Aquarell und Pastell sind Fotografien, Stoffkunst und plastische Arbeiten zu sehen. Auch Skulpturen aus gebranntem Ton und künstlerische Objekte in Buchform gehören zum Angebot. Kleine Mosaikarbeiten von Tanja Flügel setzen weitere Akzente.

Die Ausstellung macht deutlich, wie unterschiedlich die Wege sein können, auf denen sich Menschen künstlerisch ausdrücken. Während die einen mit Farbe und Pinsel arbeiten, experimentieren andere mit Stoffen, Scherben oder plastischen Materialien. Die Gemeinschaftsausstellung bietet damit nicht nur einen Überblick über das Schaffen der Mitglieder, sondern auch Gelegenheit, weniger bekannte Techniken kennenzulernen.

Eine besondere Stellung nehmen die Arbeiten von Tanja Flügel ein. Die 57-Jährige aus Thüste bei Salzhemmendorf beschäftigt sich mit Mosaikkunst und verwendet dafür alte Materialien und Scherben. Für die Jahresabschlussausstellung hat sie unter anderem kleine, eigenwillige Weihnachtsgänse gestaltet. Die Figuren spielen mit dem vertrauten Motiv der Weihnachtsgans, interpretieren es jedoch auf eine ungewöhnliche Weise.

„Ich habe versucht, mit wenigen Scherben großen Ausdruck zu erzielen“, beschreibt Flügel ihre Arbeitsweise. Die kleinen Figuren wirken individuell und besitzen jeweils ihren eigenen Charakter. Mal erscheinen sie besonders weihnachtlich, mal eher frech und mit einer großen Klappe. Dass es sich um vegane Weihnachtsgänse handelt, verleiht den Arbeiten einen zusätzlichen augenzwinkernden Akzent.

Flügel arbeitet in einem Atelier im Keller ihres Hauses. Während dort bislang vor allem Mosaikarbeiten entstanden, hat sie sich inzwischen einer weiteren Kunstrichtung zugewandt: den sogenannten „Automata“. Dabei handelt es sich um bewegliche Kunstobjekte, mit denen der Betrachter selbst eine kleine Geschichte in Gang setzen kann. Die Bezeichnung stammt aus dem Englischen; die entsprechende Kunstrichtung ist besonders in Großbritannien bekannt.

Für Flügel liegt ein wesentlicher Vorteil der Künstlergemeinschaft im Austausch zwischen Menschen, die mit ganz unterschiedlichen Techniken und Materialien arbeiten. Bei den regelmäßigen Begegnungen könne man immer wieder etwas Neues lernen. Hinzu komme die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu entwickeln. Gerade die Vielfalt der ausgestellten Arbeiten mache den besonderen Reiz der Gemeinschaft aus.

Neben der Jahresabschlussausstellung in Hameln gehört auch die traditionelle Präsentation in Hämelschenburg zum festen Programm von ARTES WESERA. Diese Ausstellung findet regelmäßig um den 1. Oktober herum statt. Für das kommende Jahr ist der Termin in den Scheunen der Familie von Klencke bereits vereinbart.

Das Ausstellungsprogramm für 2027 soll etwas übersichtlicher gestaltet werden. Statt einer größeren Zahl kürzerer Präsentationen sind fünf Ausstellungen vorgesehen. Die einzelne Ausstellung soll künftig acht Wochen dauern. Damit reagiert die Künstlergemeinschaft auf die Erfahrung, dass sechs Wochen manchmal zu wenig Zeit bieten, um ein breiteres Publikum zu erreichen.

Den Auftakt bildet eine Gastkünstlerausstellung mit den „Urban Sketchers“. Diese Künstler zeichnen bevorzugt draußen, halten ihre Eindrücke in Skizzen fest und bearbeiten beziehungsweise kolorieren die entstandenen Arbeiten anschließend weiter. Die meist kleineren Werke unterscheiden sich in ihrer Herangehensweise von der klassischen Ateliermalerei und versprechen einen zusätzlichen Blick auf die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten.

Auch das Begleitprogramm soll fortgeführt und erweitert werden. Lesungen, Konzerte und Workshops gehören inzwischen ebenso zum Profil von ARTES WESERA wie die eigentlichen Ausstellungen. In diesem Jahr wurden unter anderem zwei Aquarell- und zwei Acrylworkshops angeboten. Die Kurse erfreuten sich nach Angaben der Vorsitzenden Renate Seehafer einer guten Resonanz. Ein Mosaikworkshop ist für das kommende Jahr erneut geplant.

Darüber hinaus laufen Gespräche mit der Musikschule über ein klassisches Konzert im Frühjahr 2027. Für den Herbst ist eine Verbindung von Musik und Lesung vorgesehen. Auch ein Folkabend ist geplant. Die Verantwortlichen wollen damit bewusst unterschiedliche Interessen ansprechen und das kulturelle Angebot abwechslungsreich gestalten.

Nach den Einschränkungen der Corona-Zeit habe die Künstlergemeinschaft zunächst wieder langsam in Gang kommen müssen, berichtet Käthe Thielke. Inzwischen sei ARTES WESERA jedoch zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Hameln geworden. Die Veranstaltungen würden gut angenommen, und die Rückmeldungen der Besucher seien überwiegend positiv.

Hilfreich sei dabei auch die Lage in unmittelbarer Nähe des Weserradwegs. Radfahrer nutzten die Gelegenheit, spontan in die Ausstellungsräume hineinzuschauen. Manche Besucher blieben länger als ursprünglich geplant oder kämen später noch einmal wieder. Gelegentlich würden Arbeiten auch gekauft und an weit entfernte Orte verschickt.

Eine Herausforderung bleibt allerdings die finanzielle Absicherung. Wie viele kulturelle Einrichtungen ist ARTES WESERA auf Förderer und Sponsoren angewiesen. Die allgemeine wirtschaftliche Lage mache sich bemerkbar. Frühere Unterstützer müssten inzwischen genauer überlegen, welche finanziellen Beiträge sie leisten könnten. Deshalb bemühe sich die Künstlergemeinschaft fortlaufend darum, neue Sponsoren zu gewinnen.

Auch die räumlichen Bedingungen spielen eine Rolle. Für die Instandhaltung des Gebäudes ist grundsätzlich die Stadt als Vermieterin zuständig. Über notwendige Wartungsarbeiten, unter anderem an der Heizung, werde derzeit gesprochen. Für Sauberkeit, Ordnung und kleinere Arbeiten im Innenbereich sorge die Künstlergemeinschaft selbst.

Bei der Mitgliederzahl bewegt sich ARTES WESERA seit längerer Zeit in einer Größenordnung von etwa 24 bis 26 Personen. Größere Zuwächse bleiben aus, weil neue Mitgliederverluste durch Krankheit, Alter oder Wegzug immer wieder ausgeglichen werden müssen. Nachwuchs zu gewinnen und Menschen für eine aktive Mitarbeit zu begeistern, gehört deshalb zu den wichtigen Aufgaben für die Zukunft.

Für die kommenden Jahre hat die Vorsitzende drei Wünsche: neue Mitglieder, zusätzliche Förderer und Sponsoren sowie Gesundheit und genügend Kraft, um die kulturellen Aktivitäten fortsetzen zu können. Die Gemeinschaft will ihre Arbeit auch künftig mit Engagement und Kreativität weiterführen.

Mit der Ausstellung „Querbeet“ bietet ARTES WESERA zum Jahresende noch einmal einen Überblick über das breite Spektrum ihrer Mitglieder. Die Präsentation ist bis zum 13. Dezember zu sehen. Geöffnet ist jeweils samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr. Mindestens ein Mitglied der Künstlergemeinschaft ist während der Öffnungszeiten vor Ort, um Besucher zu begrüßen und Fragen zu beantworten.

Die ausgestellten Arbeiten können grundsätzlich auch erworben werden. Im Vordergrund steht zwar die Möglichkeit, Kunst zu zeigen und einem interessierten Publikum zugänglich zu machen. Wer sich jedoch in ein Bild, eine Skulptur oder ein Mosaik verliebt, kann mit den Künstlern über einen Kauf sprechen.

So verbindet die letzte Ausstellung des Jahres Rückblick und Ausblick: Sie zeigt, was die Mitglieder von ARTES WESERA in den vergangenen Monaten geschaffen haben, und macht zugleich neugierig auf das kommende Programm. Die Vielfalt der Techniken, die persönlichen Begegnungen und das Zusammenspiel von bildender Kunst, Musik und Literatur sollen auch 2027 dafür sorgen, dass die Künstlergemeinschaft ein lebendiger Treffpunkt für Kulturinteressierte bleibt.

(Text und Fotos Christoph Huppert)

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