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Léon Berben

Léon Berben

Dienstag, 20. Juli 2010

leonwebOrgelkonzert in der Fischbecker Stiftskirche

Der Meister war voll des Lobes. „Diese Orgel ist sehr schön geeignet für mittel- und norddeutschen Orgelbarock, klingt sehr hell, ist aber nicht so grundtönig wie man eigentlich erwarten sollte“, so der in Köln lebende Star-Organist Léon Berben.

Bild: Léon Berben vor der Fischbecker Stiftskirche

Mit unverkennbar niederländischem Zungenschlag lobte Berben die Fischbecker Hillebrand-Berner Orgel und geriet auch angesichts der Architektur der 1000-jährigen Stiftskirche ins Schwärmen. „Der romanische Bau ist schön, aber für Musiker sehr anstrengend, denn es gibt fast keinen Nachhall. Der Ton ist weg, sobald man die Taste loslässt. Da heißt es dranbleiben und immer wieder Energie zuführen“, erklärt Berben, der als einer der führenden Köpfe für „Alte Musik und historische Aufführungspraxis“ gilt.

Im sehr gut besuchten Konzert im Rahmen der Reihe der Fischbecker Orgelkonzerte zog der 40-Jährige alle Register seiner Kunst und präsentierte bei angenehmen sommerlichen Temperaturen unter dem Titel „Bach und der norddeutsche Barock“ im ersten Teil Werke von Nicolaus Bruhns, Johann Martin Radeck sowie einen interessanten Choral von Vincent Lübeck.

Im zweiten Teil erklang dann Johann Sebastian Bachs mächtiges „Praeludium und Fuge in C“, woran sich mit „Allein Gott in der Höh´ sei Ehr´“ (BWV 662, 711 und 663) drei ganz unterschiedliche Kompositionen zum gleichen Thema anschlossen. Die drei Stücke offenbarten die ganze klangliche Vielfalt des Fischbecker Instruments, mal dem Klang einer Klarinette, mal dem einer Oboe ähnelnd.

Den gewaltigen Schlussstein des Konzertes setzte Berben dann mit Bachs ungemein kraftvollem „Praeludium und Fuge in E“.

„Der Förderkreis wird selbstverständlich weitere Orgelkonzerte unterstützen“, erklärte dessen erster Vorsitzender Wilhelm Kuhlmann im Anschluss. Auf einer dem Konzert vorangehenden Mitgliederversammlung hatte die Fischbecker Äbtissin Uda von der Nahmer Details der neuen Konzertplanungen vorgestellt.

„Die ersten beiden Konzerte der neuen Reihe ´vier Jahreszeiten´ waren ein voller Erfolg. Wir werden auch diese Reihe weiter unterstützen und hoffen auf weitere Spender“, so Kuhlmann.

Am 23. August gastiert der Stader Organist Martin Böcker in der Stiftskirche. Vor Beginn des Konzertes gibt es dann eine spezielle Orgelführung.

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