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Passionskonzert

Passionskonzert

Montag, 28. März 2011

webkrypta1Die Initiatorin des diesjährigen Passionskonzertes in der Kypta des Hamelner Münsters, Ruth Hegemann, konnte ihre Enttäuschung nicht verbergen. Kaum ein Dutzend Zuhörer war an diesem strahlenden Vorfrühlingstag ins langgestreckte Untergeschoß mit den romanischen Säulen gekommen, um vom „Lister Trio“ aus Hannover bemerkenswerte Interpretationen ausgewählter Psalmen zu hören.

Bild: Das „Lister Trio“, Birgit Hahnheiser (Sopran, Zweite von links), Susanne Klinger (Flöte) und Juliane Strauß-Ovens (Orgelpositiv), die Texte sprach Hans-Peter Meiser.

Unter dem Titel „Wunderbar sind Deine Werke“ stand eine breite Palette dieser biblischen Lieder auf dem Programm, vom Königshymnus „Singt dem Herrn ein neues Lied …“ in der Vertonung von Dietrich Buxtehude bis hin zu einer zeitgenössischen Bearbeitung des 121. Psalms – einem Text aus der Gruppe der Wallfahrtspsalmen – , „Ich heben meine Augen auf …“ von Jacques Berthier.

Hans-Peter Meiser, ausgebildeter Sprecher, studierter Physiker und ausgewiesener Spezialist für die Schriften des Alten Testaments, gelang es trotz des überstarken Halls die Texte klar und verständlich bis in die hinterste Reihe des Raumes zu transportieren, und auch die Sopranistin Birgit Hahnheiser fand angesichts des nicht gerade einfach zu handhabenden Klangraums den richtigen Ton. „Hier braucht es eine sehr deutliche Artikulation, damit der Text rüberkommt“, erklärt die Sängerin.

Hahnheiser zur Seite standen Susanne Klinger (Querflöte) und Juliane Strauß-Ovens am Orgelpositiv, eine Besetzung, die sich letztlich überaus harmonisch ins Krypta-Gewölbe einfügte und eine der Thematik angemessene meditative Stimmung erzeugte. Meiser: „Psalmen sind immer auch Dialoge, im Spannungsfeld elementarer menschlicher Themen wie Geburt und Tod oder Gemeinsamkeit und Einsamkeit.“

„Meide das Böse und tue das Gute!“, „Der Gerechte muss viel leiden“, „Straflos bleibt der sich zum ihm flüchtet“ – Sätze voller elementarer Kraft, Zuversicht und Hoffnung, die an diesem Spätnachmittag jedoch nur ganz wenigen Gästen zuteil wurden. Über die Gründe mag spekuliert werden, fest steht, dass die kleinen aber feinen Konzertveranstaltungen in der Münstergemeinde wesentlich mehr Aufmerksamkeit und Förderung verdient hätten. Musikalische Kleinodien wie das „Lister Trio“ zu ignorieren, steht den Hamelner Kirchenmusikfreunden nicht gut an.

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