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Irische Lieder und Legenden mit Hilary O´Neill

Irische Lieder und Legenden mit Hilary O´Neill

Montag, 11. Juli 2011

Von ihrem Harfenspiel und ihrem Gesang geht ein merkwürdiger Zauber aus. Schon nach wenigen Takten hat die schlanke Frau im irisch-grünen Samtkleid ihre gut 80 Zuhörer im Martin-Schmidt-Konzertsaal in die Welt der Feen, Elfen und Kobolde entführt.

Bild: Verzauberte ihr Publikum – Hilary O´Neill

Die in Irland aufgewachsene Künstlerin hat sich ganz der Magie der irischen Folklore verschrieben und verspinnt deren verschiedenartige Erscheinungsformen zu einem ebenso spannenden wie musikalisch abwechslungsreichen Programm.

Jedem ihrer Titel stellt O´Neill eine mitunter gereimte Einführung voran, erklärt nicht nur Inhalte, sondern auch Hintergründe der einzelnen Lieder. Wie etwa jenem über die mythologische Figur des „Selkie“, auf dem Land Mann, im Wasser Seehund, oder – mit reichlich irischer Derbheit – der Geschichte vom whiskyschwangeren Geiger, dem „Rosin the Bow“, in stampfendem Tanzrhythmus und typisch irischer Melodieführung, dem Fiddler, der auch im Grab nicht aufs unentbehrliche „Lebenswasser“ verzichten mag.

Moritatenhaft schaurig doch mit ernstem sozialgeschichtlichen Hintergrund die Story einer der vielen katholischen ledigen Mutter, die, nach England verbannt, statt ihr Kind zu Adoption freizugeben, lieber sterben wollten.

Ausgelassene Lebensfreude mischen sich in Hilary O´Neills Gesängen zur Harfe zu einem feenhaften Zauber, dessen mystischer Tiefe sich keiner der Zuhörer zu entziehen vermochte.

Dass die Musikerin sich neben der Tonkunst auch für die  heilenden Kräfte der Musik interessiert, vermag da nicht zu überraschen.

Ein bisschen berührt  die Sängerin auch die kindliche Seite in ihren Zuhörern, die sich mal durch die Kraft wilder, archaischer  Rhythmen, mal durch düstere Schicksalsballaden, mal durch sanfte Liebeslyrik verzaubern ließen.

Am Ende dann zum Mitsingen ein deutsches Kinderlied („Laterne, Laterne“). Aus zaghaftem Summen wurde ein kräftiger Chor, ehe die „letzte Rose“ als zweite Zugabe und ein riesengroßer Applaus einen magisch-wundervollen Abend beendeten.

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