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Zehn Jahre Diakoniestation Bad Münder

Zehn Jahre Diakoniestation Bad Münder

Mittwoch, 17. August 2011

„Zwar können wir nicht Gott und zugleich dem Mammon dienen, aber wir wollen dennoch mit Geld Gutes bewirken“, so Superintendent Philipp Meyer im Rahmen einer kleinen Feier, zu der aktive und ehemalige Mitarbeiter in die Münderaner Diakoniestation in der Angerstraße gekommen waren.

„Die wurde vor ziemlich genau zehn Jahren eingerichtet, zuerst in der Deisterstraße 2 und dann hier in der Angerstraße“, erinnert sich Pastorin Frauke Kesper-Weinrich. Nach der Auflösung des Kirchenkreises Springe sei die Einrichtung der Station in Bad Münder notwendig geworden, um für die zahlreichen Ratsuchenden ein Vor-Ort-Angebot sicherzustellen und ihnen längere Wege nach Hameln zu ersparen.

„Bad Münder ist für die Diakonie ein wichtiges Standbein“, stellt auch die Leiterin des Kreiskirchenamtes Hameln, Regine Koch, fest. „Wir halten hier am Standort Bad Münder die AIBM- Arbeitslosenberatung, Sucht- und Schuldnerberatung sowie eine Erziehungsberatung vor.“ Zwei Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte sichern mit einem Kreis ehrenamtlicher Mitarbeiter ein breit gefächertes Beratungsangebot.

„Unsere Klienten bekommen eine Komplettberatung aus einer Hand“, so auch Philipp Meyer, der die Konkurrenz anderer sich auf dem Markt tummelnder Anbieter dennoch nicht ohne Sorge sieht. Sein Problem: „Wir wollen unsere Mitarbeiter ordentlich bezahlen und sie gut behandeln, und da verursachen jene, die Dumpinglöhne bezahlen, schon Schwierigkeiten.“ Entlohnt werden die „im Bereich der verfassten Kirche“ beschäftigten  Diakoniemitarbeiter nach einem an den Tarifvertrag der Länder angelehnten Modell, dem sogenannten „dritten Weg“.

Derzeit sei die Diakonie im Kirchenkreis insgesamt jedoch „gut aufgestellt“, stellt Meyer fest. Man habe mit dem „Haus der Diakonie“ in Hameln ein neues Zentrum und könne selbst komplexe Beratungsfälle interdisziplinär bewältigen. Meyer weiter: „Immer wichtiger wird vor allem die Schuldnerberatung. Die Zahl der Schuldenfallen, die in der Wirtschaft aufgestellt werden, hat zugenommen.“

Die Finanzierung der Diakoniearbeit sei „sehr bunt“ und bestehe vorwiegend aus einer Mischung von kirchlichen und Drittmitteln, so Ines Rasch, seit 16 Jahren  Leiterin der AIBM Bad Münder. „Und eben die Drittmittel brechen nach und nach weg, so dass wir mit immer weniger für immer mehr Menschen mehr leisten müssen.“

Eine Entwicklung, die auch Meyer Kopfschmerzen bereitet: „Wenn der Trend anhält, dann wird´s  schwierig.“ Diakonie verstehe sich nicht als Reparaturbetrieb staatlicher Defizite. „Wir können keine Steuern erhöhen und dürfen keine Schulden machen. Wenn die politische Entscheidung kommt, bestimmte Dinge nicht mehr ausreichend zu finanzieren, dann müssen wir uns auch zurückziehen.“

Diakoniearbeit sei hochprofessionell, da gäbe es kaum Unterschiede zur freien Wirtschaft, abgesehen von der ethischen Verpflichtung“, so die langjährige Diplom-Sozialtherapeutin Monika Lucki, und die Kirchenkreis-Sozialarbeiterin Monika Brandt-Zwirner fügt hinzu: „Diakoniearbeit ist trotzdem immer wertschätzend, teamorientiert und ermöglicht einem den Blick über den Tellerrand.“

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