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Aufladestopp in Springe

Aufladestopp in Springe

Sonntag, 25. September 2011

Fast lautlos rollt der schnittige, schwarze Bolide durch die Springer Fußgängerzone und parkt direkt an der Aufladestation vor der Geschäftsstelle der Springer Stadtwerke am Oberntor. Mit seinem Tesla-Elektroauto kommt Rafael de Mestre direkt aus Hamburg. Ein paar Handgriffe und der Renner ist mit der Steckdose der Stadtwerke Watt-Zapfsäule verbunden.

Bild: Tesla-Fahrer Rafael de Mestre (re.) mit Jörg Michallik, dem Leiter des Kundenbüros der Stadtwerke Springe

Der erfolgreiche, europaweit agierende IT-Berater ist mit seinem 125000 Euro teuren Elektrofahrzeug auf Tour quer durch Europa. Sein Gefährt Marke „Tesla“ findet sofort die gebührende Aufmerksamkeit. „Spitze 200. An der Ampel lasse ich jeden Porsche stehen“, berichtet de Mestre.

Dr. Matthias Gebert und seine Frau nicken. Die beiden Münderaner fahren einen kleinen roten Zweisitzer Marke „Hotzenblitz“. „Ein Elektromotor funktioniert eben anders als ein Verbrenner“, erklärt der Ingenieur. „Da ist das Drehmoment bei Null und Hundert das gleiche.“

Und de Mestre ergänzt: „In 3,6 Sekunden auf 100, bei einer Reichweite von 400 Kilometern. Mit dem Auto hat man den totalen Fahrspaß.“Fünf Monate ist sein Tesla jetzt alt, hat 22000 Kilometer auf dem Tacho. „Eigentlich ist es ein umgebauter, dann serienreif gemachter Verbrenner“, erklärt der Informatik-Spezialist, dessen Wagen die Nummer 507 von mittlerweile mehr als 1500 hergestellten Exemplaren trägt.

Bild: Auf Europatour – Rafael de Mestre

Das Tesla-Nachfolgemodell aber soll eine reinrassige Elektro-Limousine werden. „Alles nur eine Frage der Entwicklungsintensität“, so de Mestre, für den Hybridmodelle nur „ein fauler Kompromiss und eine Mogelpackung“ sind. „Wenn wir 1000 Kilometer Reichweite haben, schaut die anderen Autos keiner mehr an.“

In Springe macht der Tesla-Fahrer bei den Stadtwerken Station, um an der Watt-Station am Oberntor den in der Fotovoltaik-Anlage der Stadtwerke erzeugten „Springer Naturstrom“ aufzuladen. Mittlerweile „tanken“ sieben Kunden dort regelmäßig. „Klein-LKWs, Roller und PKWs“, erklärt Jörg Michallik, der Leiter des Stadtwerke-Kundenbüros.

Die Versorgung stecke noch in den Kinderschuhen, eine europaweite Standardisierung sei dringend notwendig, so de Mestre. Sieben Adapter hält er bereit, um seine Lithium-Akkus überall in Europa aufladen zu können. „In Schweden gibt´s eine andere Norm, in Italien die katastrophalsten Verhältnisse mit teilweise lebensgefährlichen Installationen.“

Entgegen seinen Erwartungen hätten die rumänischen Hoteliers das Aufladen als Marktlücke entdeckt. „Eine Investition, die fast nichts kostet, aber alle E-Automobilisten irgendwann mal zum Laden anlockt.“ In Deutschland jedoch stehe man sich vielfach selbst im Wege. „Ein Henne-Ei-Konflikt“, so der smarte Geschäftsmann. „Ohne ausreichend viele E-Mobile nicht mehr Ladestationen und umgekehrt.“

Sagt´s, geht zum Mittagsessen und setzt wenig später seine Fahrt ruhig aber rasant Richtung Autobahn Kassel fort.

Bild: Ein Handgriff genügt zum Aufladen – ganz ohne CO2

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