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Ellen Obier im Deutschen Stuhlmuseum Eimbeckhausen

Ellen Obier im Deutschen Stuhlmuseum Eimbeckhausen

Dienstag, 17. April 2012

„Ich bin alle Frauen“ hatte die aus Unterfranken stammende „Parodontistin“ vorab scherzhaft versprochen – und Wort gehalten. In der drangvollen Enge des Deutschen Stuhlmuseums präsentierte die Künstlerin ihr überaus humorvolles Solo-Programm gleichen Titels, und schlüpfte fast im Minutentakt in viele verschiedene Frauenrollen.

 

Bild: Imitatorin, Parodistin und Entertainerin – Ellen Obier

Ihre Eingangsfrage „Ist das hier noch Norddeutschland? Sie leben doch schon in den Hügeln“ heizte die ohnehin schon gute Stimmung des überwiegend weiblichen Publikums noch zusätzlich an, und als sonnenbebrillte Zarah Leander startete die im Heidekreis wohnende Imitatorin dann ihre Parade großer Stars aus dem nationalen und internationalen Showbusiness.

Dabei bewies Ellen Obier mal mit ihrer faszinierend rauchigen Stimme, dann wieder mit kräftiger Rockröhre oder lyrischer Zartheit ihre enormen stimmlichen Fähigkeiten sowie anhand nur weniger, an einem Kleiderständer bereitstehenden Accessoires eine verblüffende äußere Verwandlungsfähigkeit. Milva? Bitte sehr. Eine große rotblonde Perücke reichte, und  ein täuschend echtes „Libertad“ riss die Zuschauer zu Applaussalven hin. Vor allem die Eimbeckhäuserinnen demonstrierten große Sachkenntnis in Sachen populäre Musik. Mithin genügte eine Geste, ein Blick, ein erster Ton und der ganze Saal sang nicht nur bei Ireen Sheers „Heute Abend – Hab´ ich Kopfweh“ unisono und absolut textfest den betreffenden Hit mit. Und natürlich war Mitklatschen Pflicht.

Ellen Obier, die auf Vermittlung des Münderaner Stimmenimitators und Parodisten  Christian Korten ins Stuhlmuseum gekommen war, betrauerte Alexandras „Mein Freund der Baum“ ebenso mitreißend wie sie als „bayrisches Cowgirl“ Nicki  kiekste oder als Nana Mouskouri „weiße Rosen“ schwenkte. Und natürlich ließ sie auch die ewige Frage, ob denn der „alte Holzmichel noch lebt“ nicht unbeantwortet.

Höhepunkt: als Tina Turner rockte die Obier im ultrakurzen schwarzen Glitzerkleidchen eine äußerst amüsierte Oma Lucie Hahne.

Dazwischen zeigte sich die Imitatorin zugleich als schlagfertige Moderatorin, die Zwischenrufe und Kommentare – vor allem von Tisch 23 – („So einen gibt´s in jeder Show“) dankbar aufnahm und in so manchen Brüller verwandelte.

Die Herren im Publikum freilich hatten keinen leichten Stand. Das galt für Obiers „Katze“ genannten Sidekick ebenso wie für Museumschef Dr. Jürgen Othmer, der ein ums andere Mal Zielscheibe weiblicher Späße wurde, und auch ein bedauernswerter Beinahe-Ehemann namens Horst musste zusammen mit der in Shakira verwandelten Obier seinen Hüftschwung beweisen.

Am Ende wilde Begeisterungsstürme, zwei Zugaben und als Dankeschön ein exzellent a cappella gesungenes „Fiakerlied“ mit viel „Weaner“ Schmäh.

 

Bilder von der Veranstaltung:

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