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Modellbahnbörse im Hamelner Hefehof

Montag, 12. Oktober 2026

Zwischen Nostalgie und 3D-Druck: Die Eisenbahn lebt weiter

16. Eisenbahnbörse lockt Sammler und Technikbegeisterte – 23 Aussteller, neue digitale Möglichkeiten und Geschichten von lebenslangen Leidenschaften

Von Christoph Huppert

Die Liebe zur Eisenbahn kennt kein Alter. Das zeigt sich an den Tischen der 16. Eisenbahnbörse, wo sich Sammler, Bastler und Technikfreunde begegnen. Zwischen Lokomotiven, Gleisen und Zubehör geht es nicht allein um Kauf und Verkauf. Es geht auch um Erinnerungen, technische Neuerungen und die Frage, wie ein Hobby über Jahrzehnte hinweg Teil des eigenen Lebens bleiben kann.

Steinhoff: Mehr Aussteller, mehr Platz

Karsten Steinhoff, 42 Jahre alt, steht als Ansprechpartner für die Veranstaltung bereit. Er bestätigt: Es ist bereits die 16. Eisenbahnbörse. Mit der Resonanz zeigt er sich zufrieden.

„Wir haben 23 Aussteller“, berichtet Steinhoff über die Beteiligung. Die meisten kommen aus Südniedersachsen. Doch das Einzugsgebiet reicht weiter: Ein Anbieter ist eigens aus Berlin angereist.

Auch die Platzverhältnisse können sich sehen lassen. „Dieses Mal haben wir 112 Meter Standfläche“, erklärt Steinhoff. Der Preis für die Standfläche sei stabil geblieben: Zehn Euro pro Meter werden genannt.

Die Besucherzahl lässt sich dagegen schwer beziffern. Steinhoff rechnet jedoch mit mehr Zulauf als bei der Börse im vergangenen Jahr. Der Eindruck vor Ort passt zu seiner Einschätzung: Die Veranstaltung hat sich als Treffpunkt etabliert, an dem sich alte Bekannte wiedersehen und Interessierte neue Kontakte knüpfen können.

Das Smartphone steuert die Modellbahn

Für Steinhoff ist die Digitalisierung ein wichtiger Impuls für das traditionsreiche Hobby. Sie mache die Modelleisenbahn auch für Jüngere interessant.

„Wenn Sie mit dem Smartphone können Sie alles steuern, mit dem PC, mit dem Tablet“, beschreibt er die Möglichkeiten. Gerade darin liege ein zusätzlicher Anreiz für eine jüngere Generation.

Die klassischen Modellbahner verschwinden damit nicht. Viele kennen ihre Eisenbahn noch aus Kindertagen, als ein Trafo die Geschwindigkeit bestimmte und der Zug nach dem Drehen am Regler losfuhr. Doch inzwischen lassen sich Fahrverhalten, Signale und weitere Funktionen digital programmieren.

Steinhoff beobachtet, dass das Hobby zwischenzeitlich an Schwung verloren hatte, in jüngerer Zeit aber wieder Interesse gewinnt. Auch jüngere Menschen seien vertreten. Der Nachwuchs bleibt gleichwohl ein Thema: Kontakte zu Eisenbahn-AGs oder Schülergruppen bestehen nach seinen Worten derzeit nicht mehr. Ein Kinderferienprojekt habe man zwar im Blick, zur Umsetzung sei es bislang aber nicht gekommen.

Neben der jährlichen Börse veranstalten die Eisenbahnfreunde auch eigene Schautage. Die nächsten sind für den 27. und 28. Februar angekündigt. Dabei soll es ebenfalls um die ganze Bandbreite des Modellbaus gehen.

Kevin kennt die neuen Möglichkeiten

Wie weit sich die Technik entwickelt hat, erläutert Kevin, 22 Jahre alt und im Verein für den Modellbau zuständig. Er gehört zu einer Generation, für die digitale Steuerungen und neue Fertigungstechniken selbstverständlicher zum Hobby gehören.

Ganz ohne Klebstoff geht es allerdings noch nicht. Die klassischen Bausätze müssen weiterhin zusammengebaut und verklebt werden. Doch die Möglichkeiten sind vielfältiger geworden.

Besonders der 3D-Druck eröffnet neue Wege. Fehlende Teile lassen sich selbst herstellen, wenn die entsprechenden Vorlagen vorhanden sind. Auch Figuren und Tiere können in Miniaturform entstehen, teilweise sogar mit beweglichen Elementen.

„Ich glaube, das ist der 3D-Druck jetzt, dass man fehlende Sachen sich selber drucken kann“, fasst Kevin den Vorteil zusammen.

Dazu werden die gewünschten Modelle digital gezeichnet und anschließend Schicht für Schicht gedruckt. So können Modellbauer individuelle Bauteile ergänzen, die nicht mehr im Handel erhältlich sind oder die sie eigens für ihre Anlage benötigen.

Die Entwicklung endet nicht bei Gebäuden und Figuren. Auch bewegliche Fahrzeuge gehören zur Modellbauwelt. Beim sogenannten Carsystem fahren kleine Autos auf vorgegebenen Strecken selbstständig. Ein Magnetband in der Straße und ein Schleifer unter dem Fahrzeug sorgen dafür, dass die Fahrzeuge ihrer Spur folgen. Zusätzliche Module können beispielsweise Haltestellen in das System einbeziehen.

Auch hier hat die Digitalisierung Einzug gehalten. Wie weit die Technik im Einzelfall reicht, hängt von den jeweiligen Komponenten ab.

Langsames Anfahren wie beim Vorbild

Besonders anschaulich wird der technische Fortschritt bei der Steuerung der Lokomotiven. Früher genügte häufig ein Dreh am Trafo, um den Zug in Bewegung zu setzen. Heute können Modellbahner das Anfahren viel realistischer gestalten.

Kevin erklärt, dass sich die Anfahrbeschleunigung bei digitalen Lokomotiven programmieren lässt. Wird der entsprechende Wert verändert, setzt sich die Lok langsamer oder schneller in Bewegung. So entsteht der Eindruck eines schweren Zuges, der erst allmählich Fahrt aufnimmt.

Auch Signale lassen sich einbinden. Züge können Informationen über Signalstellungen erhalten und ihre Reaktionen darauf abstimmen. Bei manchen Modellen ist darüber hinaus eine Lokführerperspektive mit Kameratechnik möglich.

Damit wird die Modellbahn mehr als ein Zug, der seine Runden auf einer Platte dreht. Sie entwickelt sich zu einer kleinen technischen Welt, in der Fahrbetrieb, Geräusche und Steuerung möglichst nah am großen Vorbild ausgerichtet werden.

Martin Wilkat: Eine Eisenbahn aus Kindertagen

Doch nicht jeder Besucher sucht das Neueste. Für Martin Wilkat, 64 Jahre alt, steht die persönliche Geschichte im Vordergrund. Er ist als privater Anbieter bereits zum fünften Mal bei der Eisenbahnbörse dabei.

„Es ist eine schöne Atmosphäre hier, das gefällt mir immer sehr gut“, sagt Wilkat über die Veranstaltung.

Der Grund für sein Angebot ist ganz praktischer Natur: Er möchte Platz schaffen und sein Hobby verkleinern. Die Modelleisenbahn begleitet ihn seit seiner Kindheit. Sein Vater schenkte ihm damals eine Märklin-Bahn. Aus der ersten Eisenbahn wurde mit den Jahren eine umfangreiche Sammlung.

Immer wieder kam etwas hinzu. Eine Lok hier, weiteres Zubehör dort – und irgendwann stellt sich die Frage, was mit all den angesammelten Schätzen geschehen soll.

„Wenn man älter wird, dann überlegt man irgendwann: Was machst du mit den ganzen Sachen?“, beschreibt Wilkat seine Überlegung.

Der Verkauf ist deshalb kein Abschied von einer beliebigen Sammlung. Er ist vielmehr der Versuch, mit einer über Jahrzehnte gewachsenen Leidenschaft vernünftig umzugehen.

Wenn das Hobby zu groß wird

Diese Erfahrung kennt auch mancher andere Sammler. Große Anlagen brauchen Platz, Zeit und gelegentlich auch körperliche Kraft. Wer weniger mobil wird oder umzieht, muss sich irgendwann mit der Frage beschäftigen, wie es mit der Eisenbahn weitergehen soll.

Wilkat berichtet von seiner Märklin-Bahn, die sein Vater ihm als Jungen geschenkt hatte. Über die Jahre wuchs sie stetig weiter. Nun möchte er einen Teil davon abgeben.

Auch die nächste Generation übernimmt die Begeisterung nicht automatisch. Erwachsene Kinder haben häufig eigene Interessen. Was für die Eltern eine wertvolle Sammlung ist, muss für die Kinder nicht denselben Stellenwert besitzen.

Gerade deshalb bekommen Börsen wie diese eine besondere Bedeutung: Hier finden Modelle und Zubehör neue Besitzer, statt ungenutzt in Schränken oder Kartons zu bleiben.

Ein Berliner macht sich auf den Weg

Dass die Leidenschaft für die Eisenbahn auch längere Wege rechtfertigt, zeigt ein weiterer Anbieter: Wilm Knopp aus Berlin. Er ist mit seiner Frau Isolde angereist und hat dafür eine dreistündige Fahrt auf sich genommen.

Das Paar machte sich bereits um vier Uhr morgens auf den Weg nach Hameln. Am Abend soll es wieder zurückgehen.

Knopp ist seit 25 Jahren pensioniert und steht kurz vor seinem 79. Geburtstag. Seine Begeisterung für die Modelleisenbahn begann bereits im Kindesalter.

„Das fängt mit Märklin an“, erzählt er von seinen ersten Erfahrungen. Später wechselte er auch zum Gleichstromsystem. Seine Sammlung umfasst heute nach eigener Schätzung 60 bis 70 Lokomotiven – von frühen Modellen aus den Anfangsjahren bis hin zu digital ausgestatteten Fahrzeugen.

„Wenn man so einen Virus hat, ist das dann sehr schwierig“, sagt Knopp mit einem Schmunzeln.

Er kennt allerdings auch die Kehrseite: Irgendwann wird aus der Leidenschaft eine Menge Material, das Platz beansprucht. Knopp bezeichnet sich selbst augenzwinkernd als „Schachtelbahner“ – die Eisenbahn ist vorhanden, bleibt aber häufig verpackt im Schrank.

Seine Reise nach Hameln hat noch einen weiteren Grund. In Berlin gebe es inzwischen nur noch wenige Börsen, berichtet er. Viele Veranstaltungen seien weggefallen. Als sich die Gelegenheit bot, in Hameln selbst als Anbieter dabei zu sein, habe er deshalb zugesagt.

Technik zum Anfassen

Auch Olaf Thamm hat etwas Besonderes mitgebracht: einen Rollenprüfstand für die Eisenbahnfreunde Hameln. Damit lassen sich analoge und digitale Lokomotiven testen.

Die Lok wird auf Rollen gestellt, während elektronische Steuereinheiten über einen Laptop bedient werden. Auf dem Monitor können Funktionen ausgelesen und die Ausstattung der Lok überprüft werden.

Bei digitalen Modellen lassen sich unter anderem Soundfunktionen und weitere Eigenschaften kontrollieren. Auch eine Geschwindigkeitsmessung ist möglich. So kann festgestellt werden, ob die Lok die gewünschte Modellgeschwindigkeit erreicht.

Thamm führt vor, wie eine Lok auf dem Prüfstand in Bewegung gesetzt wird. Nicht immer klappt alles auf Anhieb. Manchmal braucht es einen zweiten Versuch. Gerade das macht die Vorführung anschaulich: Auch moderne Technik ist nicht frei von kleinen Tücken.

Eine Leidenschaft mit Zukunft

Die 16. Eisenbahnbörse zeigt damit zwei Seiten eines traditionsreichen Hobbys. Da sind die Sammler, die ihre ersten Loks noch aus der Kindheit kennen, und jene, die heute mit digitalen Steuerungen, Kameras und 3D-Druck experimentieren.

Die einen suchen Ersatzteile und Raritäten, die anderen wollen ihre Sammlung verkleinern. Dazwischen stehen junge Modellbauer, die neue Ideen und technische Möglichkeiten entdecken.

Am Ende verbindet sie mehr als die Eisenbahn. Es ist die Freude daran, kleine Welten zu gestalten, Technik zu verstehen und Erinnerungen zu bewahren. Und solange sich Menschen dafür begeistern, werden die Züge auch künftig ihre Runden drehen.

Herbstfest in der Alten Wache

Montag, 12. Oktober 2026

Drei vom Pufferstand: Die Alte Wache feiert den Herbst

Beim Herbstfest in Hasperde geht es um Kartoffelpuffer, Kürbissuppe und vor allem um das Miteinander. Der Verein setzt auf Begegnungen im Dorf – und blickt schon auf die nächsten Veranstaltungen.

Von Christoph Huppert

Der Duft von Kartoffelpuffern liegt in der Luft

Es ist Herbst in Hasperde. Über dem Gelände der Alten Wache stehen Pavillons, Menschen kommen miteinander ins Gespräch, und an der Essensausgabe dreht sich alles um eine Spezialität, die bei vielen Besuchern Erinnerungen an frühere Zeiten weckt: frisch gebratene Kartoffelpuffer.

Dazu gibt es Pilzpfanne und Kürbissuppe. Es sind die passenden Gerichte für diese Jahreszeit, in der die Tage kürzer werden und man es sich gerne mit anderen gemütlich macht. Das kleine Herbstfest der Alten Wache ist dabei weit mehr als eine Gelegenheit, gemeinsam zu essen.

„Das Wichtigste dabei ist eigentlich das Kartoffelpufferbraten“, erklärt eine Vertreterin des Vereins mit einem Lächeln. Doch schnell wird deutlich, dass es nicht allein um die kulinarischen Genüsse geht. Die Veranstaltung soll Menschen zusammenbringen, Gespräche ermöglichen und das Gemeinschaftsgefühl im Ort stärken.

Bis zu 200 Gäste hatte man bei freundlichem Herbstwetter erwartet. Sollte es regnen, steht eine Alternative bereit: Dann wird eben drinnen zusammengerückt. „Plan B wäre, dass es hier drinnen stattfindet, dass wir alle nach drinnen ein bisschen enger zusammenrücken können“, sagt die Organisatorin und Vorsitzende der „Alten Wache“, Brigitte Ehrlich.

Drei Männer am Pufferstand

Während andernorts die Damen am Grill stehen, sind in Hasperde drei Männer für die Kartoffelpuffer zuständig. Einer von ihnen ist Erich Gudde, der gemeinsam mit seinen Mitstreitern dafür sorgt, dass die knusprigen Fladen auf die Teller kommen.

Gudde ist 76 Jahre alt und seit den Anfängen dabei. „Seitdem wir hier den Verein gegründet haben und das erste Herbstfest gemacht haben, haben wir Puffer gemacht. Und seitdem mache ich das. Alle Jahre wieder, kann man so sagen“, erzählt er.

Das Rezept ist allerdings ein gut gehütetes Geheimnis. Auf die Frage, was in einen echten Alte-Wache-Kartoffelpuffer gehört, kommt die knappe Antwort: „Das verraten wir natürlich nicht.“

Ein wenig lässt sich der erfahrene Pufferbrater dann doch entlocken. Kartoffeln seien natürlich wichtig, erklärt er. Alles Weitere bleibt Sache der Küchenmannschaft. Schließlich soll die Spezialität auch beim nächsten Fest wieder schmecken.

Früher seien 300 bis 350 Kartoffelpuffer gebraten worden, berichtet Gudde. Diesmal fällt die Menge wegen des wechselhaften Wetters etwas kleiner aus. Rund 200 Stück sind die übliche Größenordnung für das Fest.

Die Tradition hat sich inzwischen etabliert. Seit der Vereinsgründung gehört das Kartoffelpufferbraten zum Herbstprogramm. Was für die Besucher nach einer herzhaften Mahlzeit aussieht, bedeutet für die Helfer einige Arbeit – und für die Gäste einen guten Grund, wiederzukommen.

Ein Treffpunkt für das Dorf

Dass die Alte Wache mehr sein will als ein Veranstaltungsort, zeigt sich in den Gesprächen am Rande des Festes. „Kommunikativ“ solle es zugehen, sagt die Organisatorin. Die Menschen sollten sich wiedersehen, miteinander reden und einen angenehmen Nachmittag verbringen.

Gerade in kleineren Ortschaften sind solche Begegnungen wichtig. Die Alte Wache versteht sich als Anlaufstelle für das gesellschaftliche Leben in Hasperde. Nach Angaben aus dem Verein ist sie der einzige verbliebene Verein im Ort. Umso wichtiger seien Kooperationen mit den Nachbarorten Flegessen und Klein Süntel.

Auch Besucher aus Bad Münder gehören längst zur Stammkundschaft. Heike Oklitz ist nach eigener Aussage regelmäßig dabei. Kartoffelpuffer selbst zuzubereiten, sei schließlich mit einigem Aufwand verbunden. „Wenn ich sie hier kriege, dann gehe ich hier hin. Außerdem stinkt’s nicht so in der Küche“, sagt sie lachend.

Es ist eine Antwort, die gut zum unkomplizierten Charakter des Festes passt: Man trifft Bekannte, isst gemeinsam und muss sich um die Arbeit am Herd nicht selbst kümmern.

Anerkennung für das Ehrenamt

Neben dem Herbstfest gibt es für die Alte Wache auch eine Nachricht, über die sich die Verantwortlichen freuen. Der Verein ist für eine Auszeichnung der AWESA nominiert worden. Die Ehrung soll am 23. Oktober stattfinden. Ob die Zahl der Stimmen für eine Auszeichnung reicht, war zum Zeitpunkt des Gesprächs noch offen.

Für die Organisatoren ist bereits die Nominierung eine Anerkennung ihrer Arbeit. Denn Veranstaltungen wie das Herbstfest entstehen nicht von allein. Es braucht Menschen, die planen, einkaufen, kochen, aufbauen und anschließend wieder aufräumen.

Auch praktische Verbesserungen für die Vereinsarbeit stehen auf der Wunschliste. So möchte die Alte Wache neue Tische anschaffen, die sich zusammenklappen und rollen lassen. Ein entsprechender Antrag wurde gestellt; von der Sparkassenstiftung Weserbergland gibt es nach Angaben des Vereins eine positive Rückmeldung.

Solche Anschaffungen mögen auf den ersten Blick unspektakulär erscheinen. Für einen Verein, der regelmäßig Veranstaltungen ausrichtet, können sie jedoch eine spürbare Erleichterung bedeuten.

Vom Herbstfest bis zum Weihnachtsmarkt

Lange bleibt es in der Alten Wache nicht ruhig. Für den 25. Oktober ist um 14 Uhr ein Gottesdienst mit Taufe vorgesehen. Anschließend soll es Kaffee und Kuchen geben. Der Verein freut sich besonders darüber, dass damit auch der jüngster Mitbürger aus Hasperde in den Mittelpunkt rückt.

In der Adventszeit stehen weitere Begegnungen auf dem Programm. Am 29. November, dem ersten Advent, findet im Schloss wieder ein Weihnachtsmarkt statt. Kunsthandwerker, Weihnachtsmann, Kaffee und Kuchen sowie Bratwurst sollen für vorweihnachtliche Stimmung sorgen.

Daneben sind offene Adventstreffen geplant, bei denen man sich abends unkompliziert begegnen kann. Ob auch eine Feuerzangenbowle dazugehört, muss noch besprochen werden.

Und auch das kommende Jahr ist bereits im Blick: Grünkohlessen, Knobeln, ein Kunsthandwerkermarkt im März, Kleidertauschbörsen und das Gutsparkfest im Juli sollen das bewährte Veranstaltungsprogramm fortsetzen.

Gemeinschaft braucht Menschen

Die Alte Wache kann nicht alle Probleme eines Dorfes lösen. Auch die Verantwortlichen sehen, dass es nicht viele junge Familien gibt. Umso mehr freuen sie sich über die Taufe, die im Oktober in ihren Räumen stattfinden soll.

Vielleicht liegt gerade darin die besondere Bedeutung des Vereins: Er schafft Gelegenheiten, bei denen Menschen unterschiedlichen Alters zusammenkommen können – beim Gottesdienst ebenso wie beim Kartoffelpufferessen.

Am Ende geht es an diesem Herbsttag deshalb um mehr als knusprige Fladen und dampfende Kürbissuppe. Es geht um Menschen, die sich Zeit füreinander nehmen, die gemeinsam etwas auf die Beine stellen und die ihren Ort lebendig halten wollen.

Die drei Männer am Pufferstein gehören dazu. Sie stehen an der heißen Pfanne, halten ihr Rezept geheim und machen weiter wie in den Jahren zuvor. Für die Gäste ist das ein kulinarischer Genuss. Für Hasperde ist es ein Stück gelebte Gemeinschaft.

Buchvorstellung Stefan Roduner „Tiefschwarze Träume“

Dienstag, 29. September 2026

Wenn die Erinnerung zur Falle wird

Stefan Roduners Kriminalroman „Tiefschwarze Träume“ führt in die Abgründe menschlicher Schuld – und zu einem Privatdetektiv, der sich nicht mit vorschnellen Wahrheiten zufriedengibt

Von Christoph Huppert

Manchmal ist nicht das, was wir getan haben, das Schlimmste. Sondern das, woran wir uns nicht mehr erinnern können. Mit diesem beunruhigenden Gedanken beginnt Stefan Roduner seinen neuen Kriminalroman „Tiefschwarze Träume“. Der Schweizer Autor schickt darin seinen Privatdetektiv Milan Sommer auf eine Spurensuche, bei der es nicht nur um einen verschwundenen Psychiater, sondern auch um die Verlässlichkeit menschlicher Erinnerungen geht.

Schon der Titel verspricht wenig Erfreuliches. Und tatsächlich führt Roduner seine Leser in eine Welt, in der die Grenzen zwischen Schuld und Unschuld, Erinnerung und Verdrängung zunehmend verschwimmen.

Eine Patientin unter Verdacht

Im Mittelpunkt steht Elvira Brenzikofer. Die Frau wird von den Schatten ihrer Vergangenheit verfolgt. Nachts quälen sie verstörende Träume, tagsüber bleiben Erinnerungen, die ihr zunehmend fremd erscheinen. Auf der Suche nach Hilfe wendet sie sich an einen angesehenen Zürcher Psychiater.

Doch die erhoffte Befreiung wird zum Ausgangspunkt einer Katastrophe.

Wenige Tage später wird der Arzt schwer verletzt in seiner Praxis aufgefunden. Blut auf dem Parkett, ein umgestürzter Stuhl, keine Zeugen. Kurz darauf ist der Psychiater spurlos verschwunden.

Elvira war die letzte Person, die ihn lebend gesehen hat. Bei einer Durchsuchung ihres Hauses entdecken die Ermittler Unterlagen aus der Praxis, ein blutbeflecktes Halstuch und gelöschte Nachrichten auf ihrem Mobiltelefon. Die Indizien scheinen eindeutig.

Elvira gesteht zunächst, widerruft jedoch wenig später. Sie bricht zusammen und schweigt. Eine Leiche gibt es nicht, ein überzeugendes Motiv ebenfalls nicht. Trotzdem scheint sich für die Polizei ein schlüssiges Bild zu ergeben.

Nur einer will sich damit nicht zufriedengeben.

Milan Sommer sucht die Wahrheit

Privatdetektiv Milan Sommer, bereits aus Roduners Roman „Blutrote Leidenschaft“ bekannt, beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Er ist kein Mann für schnelle Urteile. Während andere die Schuldfrage längst beantwortet glauben, nimmt er die Angst in Elviras Augen wahr.

Seine Nachforschungen führen ihn in die diskrete Welt wohlhabender Zürcher Klienten, zu undurchsichtigen Finanzgeschäften und Beziehungen, die offiziell niemals existiert haben sollen.

Dabei entdeckt Sommer, dass der Psychiater offenbar mehr tat, als nur seelische Verletzungen zu behandeln. Er wusste Dinge über seine Patienten. Geheimnisse, die für manche Menschen einen erheblichen Preis haben könnten.

Je weiter der Privatdetektiv vordringt, desto rätselhafter wird der Fall. Beweise tauchen auf und verschwinden wieder. Zeugen erinnern sich plötzlich anders. Und während Sommer versucht, die verschiedenen Spuren zusammenzufügen, sitzt Elvira in Untersuchungshaft.

Dort beginnt für sie ein zweiter Kampf: gegen die Vorwürfe, gegen die Isolation und vor allem gegen das eigene Gedächtnis. Was ist tatsächlich geschehen? Was hat sie verdrängt? Und kann sie überhaupt noch jemandem vertrauen, wenn sie sich selbst nicht mehr sicher ist?

Zwischen Krimi und Psychogramm

Stefan Roduner, 1966 in Frauenfeld geboren, kennt die Welt der Straftäter nicht ausschließlich aus der Literatur. Seit vielen Jahren arbeitet er im Justizvollzug und betreut dort auch Schwerstkriminelle. Die Lebensgeschichten, die ihm in seinem Berufsalltag begegnen, bilden einen Erfahrungshintergrund für seine schriftstellerische Arbeit.

Das ist dem Roman anzumerken. Roduner interessiert sich nicht allein für die Konstruktion eines möglichst komplizierten Verbrechens. Ihn beschäftigen die Menschen hinter den Verdachtsmomenten, ihre Ängste, ihre Geheimnisse und ihre Fähigkeit, sich selbst etwas vorzumachen.

Gerade die Figur der Elvira Brenzikofer verleiht dem Geschehen eine zusätzliche Dimension. Sie ist nicht einfach die klassische Verdächtige, die ihre Unschuld beweisen muss. Ihre eigene Erinnerung wird zum unsicheren Terrain. Damit verschiebt sich die zentrale Frage des Romans: Nicht nur, wer den Psychiater verschwinden ließ, sondern auch, wie zuverlässig das ist, was wir für unsere persönliche Wahrheit halten.

Ein Krimi mit psychologischem Tiefgang

Roduner versteht es, eine Atmosphäre des Misstrauens aufzubauen. Die Handlung entwickelt sich aus scheinbar eindeutigen Indizien, die bei näherem Hinsehen immer neue Fragen aufwerfen. Das macht den Reiz der Geschichte aus.

Allerdings verlangt der Roman seinen Lesern auch einiges an Aufmerksamkeit ab. Die Vielzahl der Geheimnisse und die psychologische Verunsicherung können gelegentlich den unmittelbaren kriminalistischen Handlungsfluss überlagern. Wer einen geradlinigen Ermittlerkrimi mit hohem Tempo und ständig neuen spektakulären Wendungen erwartet, dürfte deshalb andere Akzente setzen.

Doch gerade darin liegt auch die Eigenart dieses Buches. Roduner interessiert sich weniger für den bloßen Nervenkitzel als für die Brüchigkeit menschlicher Gewissheiten.

Milan Sommer ist dabei ein Ermittler, dessen Stärke nicht in spektakulären Auftritten liegt, sondern in seiner Bereitschaft, zuzuhören und Zweifel auszuhalten. Er weiß, dass ein Geständnis noch keine Wahrheit sein muss und dass eine überzeugende Geschichte nicht zwangsläufig die richtige ist.

„Tiefschwarze Träume“ ist damit mehr als ein klassischer Whodunit. Es ist ein Kriminalroman über Schuld, Verdrängung und die Frage, wie leicht sich Menschen von scheinbar eindeutigen Beweisen täuschen lassen.

Fazit: Stefan Roduner legt einen psychologisch angelegten Krimi vor, der seine Spannung aus den dunklen Bereichen der menschlichen Seele bezieht. Ein Buch für Leser, die nicht nur wissen wollen, wer es getan hat, sondern auch verstehen möchten, warum Menschen schweigen, lügen oder an ihrer eigenen Erinnerung verzweifeln.

Stefan Roduner: „Tiefschwarze Träume“. Kriminalroman. Neptun Verlag, Bern 2026, 220 Seiten. ISBN 978-3-85820-413-4.

Drachenfest bei der BIK Bad Münder

Montag, 21. September 2026

Wenn am Himmel die Drachen steigen und plötzlich Bonbons auf die Kinder herabregnen,ist bei der BIK in Bad Münder Herbstfest-Zeit. Nach längerer Pause hat die Bürgerinitiative ihr früheres Drachenfest neu aufgelegt. Diesmal wurde es mit einem Kinderflohmarkt zu einem gemeinsamen Fest verbunden.

Für die BIK das mehr als nur ein vergnüglicher Nachmittag. Denn die Einnahmen kommen Kindern und dem Spielplatz zugute.

Rund 900 bis knapp 1000 Mitglieder zählt der Verein inzwischen. Seit Januar ist Sven Steinmetz Vorsitzender. Er folgte auf Nadine Pedack.

Die Arbeit der BIK konzentriert sich vor allem auf Kinder und Spielplätze. „Sich um Spielplätze zu kümmern, Kinder in Not zu kümmern“, beschreibt Steinmetz die Aufgaben des Vereins. Wenn beispielsweise eine Familie nach einem Dachstuhlbrand plötzlich ohne Kleidung dasteht, kann die BIK mit Spenden und Einkaufsgutscheinen schnell helfen. Auch Kinder, die sich eine Klassenfahrt nicht leisten können, werden unterstützt.

Das Vereinsgelände ist dabei zu einem besonderen Treffpunkt geworden. Es zieht Familien nicht nur aus Bad Münder an. Besucher kommen unter anderem aus Hameln, Hannover und Stadthagen.

Ein Grund dafür ist auch ein neues inklusives Spielgerät. Es ermöglicht Kindern mit leichten körperlichen Beeinträchtigungen, gemeinsam mit anderen Kindern zu spielen. Damit ist ein Ort der Begegnung entstanden. Nun soll auch das Drachenfest wieder für Freude sorgen.

Früher gab es bereits solche Veranstaltungen, unter anderem mit dem inzwischen nicht mehr bestehenden Drachenverein „Sturmbremsen“. Zwei private Drachenfreunde aus dieser Zeit sind diesmal wieder dabei. Und sie haben eine besondere Attraktion mitgebracht: einen sogenannten Bonbon-Drachen. Unter dem Drachen hängt eine Vorrichtung, aus der während des Fluges Süßigkeiten für die Kinder herunterfallen. „Wenn bei der BIK Bonbons vom Himmel fallen“, lautet die passende Kurzform für das Spektakel.

Das Fest verbindet Spiel, Unterhaltung und Vereinsarbeit. Neben den Drachen gibt es einen Kinderflohmarkt und ein Kuchenbuffet. Auch Bratwurst, Kartoffelpuffer und frisch gebackene Waffeln werden angeboten. Rund 20 Helfer kümmern sich um die Veranstaltung.

Und diesmal spielt sogar das Wetter mit: Ausgerechnet beim Neustart des Drachenfestes gibt es ausreichend Wind.

Die Drachen können deshalb hoch über dem Gelände ihre Kreise ziehen. Doch die BIK kennt auch die Schattenseiten ihres Engagements. Vandalismus ist auf dem Gelände immer wieder ein Problem. Es gab bereits eine kleinere Brandstiftung, Müllprobleme und Graffiti.

Sogar Möbel wurden schon auf dem Dach des Vereinsgebäudes abgelegt. Deshalb wurde inzwischen eine Kameraüberwachung installiert. Die Schäden müssen häufig aus eigener Tasche beseitigt werden. Gleichzeitig hat der Verein schon das nächste Projekt im Blick: ein neues, fest im Boden verankertes Bodentrampolin. Es soll inklusiv sein und sogar mit einem Rollstuhl befahrbar werden. Für die BIK wäre es nach dem vorhandenen inklusiven Spielgerät eine weitere besondere Attraktion.

Und so passt das Bild am Ende: Drachen steigen über dem Gelände, Kinder warten auf die Bonbons – und die BIK sammelt mit ihrem Herbstfest zugleich Geld für neue Spielmöglichkeiten.

Foto: Christoph Huppert

Buchvorstellung „Deserteure“

Freitag, 04. September 2026

Deserteure – eine unbequeme Frage des Gewissens

Rolf Cantzen stellt in Völksen sein Buch über Menschen vor, die sich dem Krieg verweigern Es ist ein Wort, das bis heute einen unangenehmen Klang hat: Deserteur. Wer desertiert, verlässt seine Einheit, entzieht sich dem Befehl und bricht mit der Erwartung, die ihm Staat und Militär auferlegen. Für die einen ist das Feigheit oder Verrat. Für andere ist es eine Gewissensentscheidung – vielleicht sogar eine besonders mutige Form des Widerstands. Genau an diesem Spannungsfeld setzt Rolf Cantzens Buch „Deserteure. Die Geschichte von Gewissen, Widerstand und Flucht“ an.

Wenn Gehorsam an Grenzen stößt

Cantzen interessiert sich nicht allein für die militärische oder juristische Seite der Desertion. Ihn beschäftigt vor allem die Frage, was in einem Menschen vorgeht, der sich entscheidet, nicht mehr mitzumachen. Die Gründe können sehr verschieden sein.

Angst vor dem Tod gehört dazu. Aber auch die Weigerung, selbst zu töten.

Religiöse Überzeugungen können eine Rolle spielen, ebenso politische oder humanistische Vorstellungen. Manchmal ist es aber auch schlicht der Moment, in dem ein Mensch sagt: Ich kann und will das nicht mehr. Damit wird Desertion zu einer Frage der persönlichen Verantwortung. Was ist wichtiger: der Befehl oder das eigene Gewissen?

Ein Blick weit zurück

Cantzen beschränkt sich dabei keineswegs auf die jüngere deutsche Geschichte. Sein historischer Bogen reicht vom Römischen Reich über die frühe Neuzeit und die Weltkriege bis zu den Kriegen der Gegenwart.

Dabei zeigt sich, dass Desertion keineswegs ein Randphänomen der Geschichte gewesen ist. Immer wieder haben Menschen den Kriegsdienst verweigert oder sich dem militärischen Zugriff entzogen. Die Reaktionen darauf waren häufig brutal. Wer die Fahne verließ, musste mit Gefängnis, gesellschaftlicher Ächtung und in vielen Fällen sogar mit dem Tod rechnen.

Besonders bedrückend ist der Blick auf die NS-Zeit. Soldaten der Wehrmacht, die sich dem Krieg entzogen, wurden von der Militärjustiz verfolgt und vielfach zum Tode verurteilt.

Dass diese Menschen nach 1945 lange weiterhin als Verräter galten, gehört zu den bitteren Kapiteln der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Geschichte ist nicht vorbei

Gerade hier bekommt Cantzens Buch seine besondere Aktualität. Denn die Frage, wie eine Gesellschaft mit Menschen umgeht, die sich einem Krieg verweigern, ist keineswegs nur historisch.

Auch heute verlassen Menschen ihre Armeen. Auch heute fliehen Soldaten vor dem Krieg. Und auch heute wird darüber gestritten, ob Desertion als Verrat oder als Ausdruck eines persönlichen Gewissens verstanden werden soll. Cantzen zwingt seine Leserinnen und Leser dabei nicht zu einer einfachen Antwort. Er stellt vielmehr die Entscheidung des Einzelnen in den Mittelpunkt.

Das macht die Lektüre unbequem.

Denn man kann die Frage nach dem Deserteur nicht beantworten, ohne irgendwann auch über die eigene Haltung zu Gehorsam, Gewalt und Verantwortung nachzudenken.

Eine Frage, die bleibt

Vielleicht ist genau das die Stärke dieses Buches.

„Deserteure“ ist keine Heldengeschichte und auch keine bloße historische Dokumentation. Es ist ein Buch über Menschen, die an einem bestimmten Punkt ihres Lebens eine Grenze gezogen haben.

Sie haben Nein gesagt. Manchmal aus Überzeugung, manchmal aus Angst, manchmal aus beidem. Und sie mussten mit den Folgen dieser Entscheidung leben.

Je länger man darüber nachdenkt, desto schwieriger wird es, das Wort „Deserteur“ einfach als Schimpfwort zu verwenden. Denn hinter diesem Wort stehen Menschen.

Menschen mit Gewissen, mit Angst, mit Hoffnungen und mit der Vorstellung davon, was sie selbst noch verantworten können. Mein persönlicher Eindruck

Für mich liegt genau darin der besondere Reiz von Rolf Cantzens Buch. Es geht nicht nur um eine vergangene Welt. Es geht um eine Entscheidung, die unter den Bedingungen des Krieges immer wieder neu getroffen werden muss.

Wann wird Gehorsam zur Schuld?

Wann wird Verweigerung zum Widerstand?

Und wie viel Mut gehört dazu, sich einer Mehrheit entgegenzustellen?

Solche Fragen lassen sich nach der Lektüre nicht einfach beiseitelegen.

Vielleicht ist das die wichtigste Leistung dieses Buches: Es verändert den Blick auf ein Wort.

Aus dem vermeintlichen „Verräter“ wird ein Mensch, der eine Entscheidung getroffen hat.

Eine Entscheidung gegen den Krieg – und für das eigene Gewissen.

Bibliografische Angaben

Rolf Cantzen: Deserteure. Die Geschichte von Gewissen, Widerstand und Flucht

zuKlampen Verlag, Springe

Hardcover, 240 Seiten

ISBN 978-3-98737-030-0

Vorstandswechel beim Heimatbund (Print / Ton)

Samstag, 29. August 2026

Michael Meyer übernimmt den Vorsitz

Wechsel an der Spitze der Ortsgruppe des Heimatbundes Bad Münder – Andreas Wosch gibt Amt nach drei Jahren aus familiären Gründen ab

Die Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe des  Heimatbundes Bad Münder stand ganz im Zeichen eines personellen Wechsels an der Spitze. Nach drei Jahren als Vorsitzender stellte sich Andreas Wosch nicht erneut zur Wahl. Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder Michael Meyer. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden weitgehend in ihren Ämtern bestätigt 14 Mitglieder waren zur Jahreshauptversammlung zusammengekommen. Nach einer Gedenkminute für zwei verstorbene Mitglieder standen zunächst die Berichte aus den verschiedenen Arbeitsbereichen sowie der Kassenbericht auf der Tagesordnung. Der wichtigste Punkt folgte jedoch nach der Entlastung des bisherigen Vorstandes: die turnusgemäße Neuwahl. Die dreijährige Amtszeit des Vorstandes war abgelaufen. Andreas Wosch hatte bereits vor der Wahl deutlich gemacht, dass er das Amt des Vorsitzenden abgeben werde. Der Grund liegt vor allem in seiner familiären Situation. Seine Frau sei gestürzt und habe sich dabei Bein und Schulter gebrochen. Sie benötige nun Pflege zu Hause. „Dann wird das ein bisschen viel“, sagte Wosch und erläuterte damit seine Entscheidung, den Vorsitz nach drei Jahren abzugeben. Ohne diese Entwicklung wäre er nach eigenen Worten vermutlich Vorsitzender geblieben. Rückblickend zog Wosch eine positive Bilanz seiner Amtszeit. Für ihn sei es die erste Tätigkeit als Erster Vorsitzender gewesen. „Ich habe hier einiges gelernt in den drei Jahren“, sagte er. Die Zusammenarbeit im Vorstand und im Verein sei hervorragend gewesen. Für die Zukunft formulierte der scheidende Vorsitzende mehrere Wünsche. Das Museum solle noch lange bestehen bleiben. Zugleich hoffe er auf noch mehr Unterstützung und Engagement für das Museum sowie auf weitere interessante Objekte für künftige Ausstellungen.

Bei der Wahl des Vorsitzenden wurde zunächst auch eine Wiederwahl von Andreas Wosch ins Gespräch gebracht. Wosch lehnte jedoch eine weitere Kandidatur ab. Aus der Versammlung kam daraufhin der Vorschlag, Michael Meyer zum neuen Vorsitzenden zu wählen. Meyer erklärte sich bereit zu kandidieren. Die Abstimmung fiel eindeutig aus. Die Mitglieder wählten Michael Meyer einstimmig zum neuen Vorsitzenden, wobei sich der Betroffene selbst enthielt. Damit übernimmt Meyer die Leitung eines Vereins, dessen Aufgaben weit über den Betrieb des Heimatmuseums hinausgehen. Der Heimatbund engagiert sich neben der Museumsarbeit auch für Natur- und Umweltthemen, insbesondere für die Süntelbuchen und den Waldnaturschutz, sowie für die Herausgabe des „Söltjer“.

Bei den weiteren Wahlen setzte die Versammlung vor allem auf Kontinuität. Christa Kaufmann wurde als stellvertretende Vorsitzende wiedergewählt. Gegenkandidaten gab es nicht. Auch Friedrich Kunrich bleibt Schatzmeister des Heimatbundes. Die Mitglieder bestätigten außerdem Ingrid Goldhahn-Müller im Amt der Schriftführerin. Hans-Werner Müller wurde erneut zum Beisitzer gewählt. Die Wiederwahlen fielen jeweils mit großer Mehrheit beziehungsweise einstimmig aus. Weitere Beisitzer wurden nicht vorgeschlagen. Für Michael Meyer bedeutet die Wahl einen Wechsel der Verantwortung, nachdem er bereits in verschiedenen Bereichen des Heimatbundes und der Museumsarbeit aktiv gewesen ist. Besonders die künftige Entwicklung des Museums dürfte den neuen Vorstand beschäftigen. Unmittelbar nach der Wahl würdigte Michael Meyer die Arbeit seines Vorgängers. Als neuer Vorstand wolle man sich bei Andreas Wosch ausdrücklich für dessen Einsatz bedanken. „Das, was du die drei Jahre alles geleistet hast, ist wirklich toll“, sagte Meyer. Wosch habe sich in dieser Zeit für das Museum und den gesamten Verein eingesetzt. Auch wenn Wosch den Vorsitz abgibt, soll er dem Heimatbund verbunden bleiben. Die Mitglieder machten deutlich, dass sie weiterhin auf seine Mitarbeit hoffen. Wosch selbst erklärte, dies sei für ihn „kein Thema“.

Als Zeichen des Dankes erhielt der scheidende Vorsitzende zunächst eine kleine Anerkennung. Zu einer späteren Vorstandssitzung soll es nach Angaben des neuen Vorsitzenden noch eine weitere Überraschung geben. In den Berichten der Jahreshauptversammlung wurde deutlich, dass auf den neuen Vorstand eine Reihe von Aufgaben wartet. Das Heimatmuseum ist weiterhin ein zentraler Schwerpunkt der Vereinsarbeit. Die aktuelle Sonderausstellung zum Dreißigjährigen Krieg in der Region sei mit großem Zuspruch eröffnet worden und werde gut besucht.

Zugleich gab es zuletzt auch Schwierigkeiten. Wegen Arbeiten an der Außenfassade mussten Räume der Dauerausstellung zeitweise geschlossen werden. Außerdem drang erneut Wasser in den Gewölbekeller ein. Für die Zukunft wird zudem eine Nachfolge für die Museumsleitung gesucht. Kai Wittenrich kündigte an, seine Tätigkeit als Museumsleiter im Sommer des kommenden Jahres zu beenden. Der Heimatbund hofft deshalb weiterhin auf Menschen, die bereit sind, ehrenamtlich Verantwortung zu übernehmen. Sowohl für den Heimatbund als auch für das Museum würden Mitstreiter gesucht. „Wir freuen uns über jeden, der sich hier bei uns meldet“, lautet der Aufruf an interessierte Bürgerinnen und Bürger. Mit der Wahl von Michael Meyer an die Spitze und der weitgehenden Bestätigung des bisherigen Teams hat der Heimatbund Bad Münder nun zunächst die personellen Weichen für die kommenden drei Jahre gestellt. Kontinuität und ein Wechsel im Vorsitz sollen dabei zusammengeführt werden.

Kunst trifft auf Humor im Museum Bad Münder

Dienstag, 25. August 2026

Ein veganer Fettstuhl, ein verfremdetes Selbstbildnis und moderne Bildbearbeitung nach dem Vorbild Salvador Dalís: Die Ausstellung „Alte Meister humorvoll gesehen“ sorgt derzeit im Museum Bad Münder für einen ungewöhnlichen Blick auf bekannte Werke der Kunstgeschichte. Die Mitglieder des Forum Kunst Springe und Bad Münder haben sich dabei berühmte Vorbilder vorgenommen und diese auf ihre eigene Weise neu interpretiert. Humor ist ausdrücklich erwünscht.

18 der rund 32 Mitglieder der Interessengemeinschaft beteiligen sich an der Ausstellung. Sie hatten bei der Auswahl ihrer Vorbilder weitgehend freie Hand. Entstanden sind ganz unterschiedliche Arbeiten – von Acrylbildern über Collagen bis hin zu Assemblagen und Objekten. „Wir haben die Ausstellung ,Alte Meister humorvoll gesehen‘ genannt“, erläutert eine Vertreterin des Forum Kunst. Die Idee sei gewesen, das Museum „mit etwas Modernem und mit etwas Humorvollem zu bereichern“. Die Kunstwerke sollten deshalb nicht einfach bekannte Vorbilder kopieren. Sie wurden verfremdet, neu interpretiert und teilweise in einen völlig anderen Zusammenhang gestellt. „Mal was anderes zu machen“, sei gerade der Reiz des Projekts gewesen, heißt es aus dem Kreis der beteiligten Künstler. Die Vorgabe habe die Möglichkeit eröffnet, mit eigenen Ideen, Intentionen und Materialien einen anderen Weg im eigenen Gestalten zu gehen. Zu den ungewöhnlichsten Arbeiten der Ausstellung gehört zweifellos die Interpretation eines Werks von Joseph Beuys durch Shanti Rüger-Dege.

Sie hat sich den berühmten Fettstuhl des Künstlers vorgenommen – allerdings in einer zeitgemäßen Variante. „Ich mache ein Remake vom Fettstuhl von Joseph Beuys“, erklärt sie. Da die Ausstellung ausdrücklich humorvoll angelegt sei, habe sie sich für einen „veganen Fettstuhl mit Pflanzenmargarine und ein bisschen Knäckebrot“ entschieden. Das Originalmotiv wird damit nicht nur humorvoll verfremdet. Die Künstlerin verbindet ihre Arbeit auch mit aktuellen Themen. Bei Beuys sei Fett ein Energiespeicher gewesen, erläutert Rüger-Dege. Deshalb habe sie ihrem Objekt zusätzlich einen Stecker hinzugefügt – allerdings ohne ihn tatsächlich in eine Steckdose zu stecken. In Zeiten der Energiewende sei der Gedanke des Speicherns aktueller denn je, sagt sie. „Wir wollen ja alle mehr Energiespeicher haben, um den überflüssigen Strom zu speichern.“ Für Shanti Rüger-Dege ist die Kunst dabei mehr als ein Hobby oder bloßer Ausgleich. Nach ihrem Berufsleben als Psychologin und Psychotherapeutin widmet sie sich heute vor allem der Kunst. „Nee, das ist ’ne Leidenschaft“, sagt sie. Schon früher habe sie eigentlich Kunst machen wollen. Sie habe sich jedoch zunächst für das Studium der Psychologie entschieden. Nach dem Ende ihres Berufslebens sei für sie der Zeitpunkt gekommen, den früheren Wunsch wieder aufzugreifen. „Wenn ich jetzt damit aufhöre, dann kann ich mit Kunst anfangen“, sagt sie.

Auch Hans Ullmann aus Springe hat für die Ausstellung ein berühmtes Vorbild neu interpretiert. Sein Werk besteht aus drei verschiedenen Fotografien, die am Computer bearbeitet und zu einer neuen Aussage zusammengefügt wurden. Als Inspiration diente ihm ein Werk von Salvador Dalí. „Ich hab mir ein Stück von Salvador Dalí ausgesucht und mich von diesem Bild inspirieren lassen“, erklärt Ullmann. „Und so ist mein Bild entstanden.“ Gerade diese Verbindung von Kunstgeschichte und modernen Gestaltungsmöglichkeiten prägt die Ausstellung.

Die historischen Vorbilder werden nicht ehrfürchtig auf Abstand gehalten. Sie werden vielmehr zum Ausgangspunkt für eigene Ideen. Dass eine solche Ausstellung gerade im Museum Bad Münder stattfindet, ist ebenfalls Teil des Konzepts. Die Kunstwerke sind in die Dauerausstellung des Museums integriert. Damit sollen neue Blickwinkel auf die bekannten Räume entstehen und zugleich neue Besuchergruppen angesprochen werden. „Wenn man da was Neues mit reinbringt, lockt das natürlich ganz andere Leute an“, sagt einer der Veranstalter. Das gelte auch für Menschen, „die gar nicht unbedingt ins Museum gehen“. Eine ähnliche Erfahrung hatte das Museum bereits bei einer früheren Ausstellung gemacht, bei der Bilder mit Motiven aus Bad Münder und den Ortsteilen gezeigt worden waren.

Auch diesmal verbindet das Projekt regionale Kunstschaffende mit einem ungewöhnlichen Ausstellungsort.

Das Forum Kunst Springe und Bad Münder besteht seit 2018 und organisiert regelmäßig gemeinsame Ausstellungen. Bei „Alte Meister humorvoll gesehen“ handelt es sich überwiegend um erfahrene Hobby- und Laienkünstlerinnen und -künstler. Ein Kunststudium sei keine Voraussetzung. Entscheidend seien die Freude am Gestalten und die Bereitschaft gewesen, sich auf das ungewöhnliche Thema einzulassen. Die Ausstellung will deshalb auch keine kunsthistorische Lehrstunde sein. Vielmehr geht es darum, bekannte Bilder und Kunstwerke mit einem Augenzwinkern neu zu betrachten.

Ob Joseph Beuys mit veganem Fett, Salvador Dalí als Inspiration für digitale Bildbearbeitung oder andere berühmte Vorbilder in Collagen und Assemblagen – die Besucher sollen eigene Entdeckungen machen und dabei auch lachen dürfen. Die Ausstellung „Alte Meister humorvoll gesehen“ ist bis zum dritten Advent, dem 13. Dezember, im Museum Bad Münder zu sehen. Geöffnet ist sonntags von 14 bis 17 Uhr. Gruppen können nach vorheriger Absprache auch außerhalb dieser Zeiten durch die Ausstellung geführt werden.

Fotos: Christoph Huppert

Umsonstladen eröffnet neuen Standort (Print und Tonbeitrag)

Dienstag, 25. August 2026

Nachhaltigkeit und Kommunikation stehen im Mittelpunkt

Kleidung, Schuhe, Haushaltswaren, Spielzeug, Geschirr und kleine Elektrogeräte: Im neuen Umsonstladen in Bad Münder haben Dinge, die andere nicht mehr benötigen, eine zweite Chance. Nach einer 16-monatigen Zwangspause hat der Verein Umsonst e.V. seine Arbeit an einem neuen Standort wieder aufgenommen. Zur Wiedereröffnung kamen zahlreiche Gäste, Unterstützer und Mitglieder. Susanne Wiegemann, zweite Vorsitzende des Vereins, erinnerte daran, dass der bisherige Laden wegen eines Wasserschadens geschlossen werden musste. Hinzu sei eine Gesundheitsbelastung gekommen. Danach habe das Team lange nach geeigneten neuen Räumen gesucht. „Jetzt sind wir hier eingezogen und fühlen uns sehr wohl“, so Wiegemann. Die Freude darüber, wieder einen festen Standort zu haben, sei im gesamten Team groß, denn ein Verein ohne eigene Räume könne zwar funktionieren, der Umsonstladen ohne Laden aber nicht.

Seit 2003 gehört das Projekt zur sozialen Landschaft der Stadt Bad Münder. Gegründet wurde es damals in der Petersilienstraße. Gründungsmitglied Petra Joumaah erinnert sich noch gut an die Anfangszeit. „Mit größtem Enthusiasmus sind wir da rangegangen, und es war eigentlich in kürzester Zeit eine Erfolgsgeschichte“, sagte sie. Nach 23 Jahren ist der jetzige Standort neben dem Haus der TUSPO bereits der dritte Umzug des Vereins. Der Weg dorthin war allerdings mit erheblichem Einsatz verbunden.

In einer Ansprache zur Wiedereröffnung verglich die Vorsitzende Monica Gräfin Adelmann die Geschichte des Vereins die vergangenen Monate mit einem Staffellauf. Nach dem Wasserschaden musste zunächst der alte Laden geräumt werden. Dann ergab sich überraschend die Möglichkeit, neue Räume zu beziehen. Renovierungsarbeiten, der Aufbau von Regalen und die Einrichtung des Ladens folgten.

Auch finanzielle und materielle Spenden erleichterten den Neustart. Seit dem 1. Juni konnten zunächst wieder Waren entgegengenommen werden. Seit dem 1. Juli ist der Laden vollständig geöffnet. Das Konzept unterscheidet sich dabei deutlich von einer Tafel. Einen Nachweis über Hilfebedürftigkeit müssen Besucher nicht vorlegen. Grundsätzlich könne jeder den Laden besuchen, erklärte Wiegemann. Im Mittelpunkt stehen Kleidung und Schuhe, aber auch Haushaltswaren, Spielzeug, Geschirr, Töpfe, Pfannen und Kleinelektrogeräte. Alle gespendeten Gegenstände werden bei der Annahme kontrolliert. Nur saubere und einwandfreie Waren werden weitergegeben. Der Umsonstladen sei ausdrücklich kein Ort, an dem ungeprüfte Gegenstände einfach abgeladen werden könnten.

Die Waren stammen von Menschen, die aufräumen, sich verkleinern oder Dinge weitergeben möchten, die beispielsweise ihren Kindern nicht mehr passen. Für die abgegebenen Waren werden geringe Entgelte erhoben. Davon finanziert der Verein Miete, Strom und weitere Nebenkosten. Öffentliche Zuschüsse von Stadt oder Land erhält der Laden nicht, alle Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich. Sollten Überschüsse entstehen, werden diese an andere soziale Projekte in der Region weitergeleitet.

Eine wichtige Rolle spielt neben der sozialen Unterstützung die Nachhaltigkeit.

Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah bezeichnete den Umsonstladen als „großen Gewinn für Bad Münder und seine Ortsteile“. Sie hob hervor, dass sich der Nachhaltigkeitsgedanke in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt habe, gebrauchsfähige Dinge müssten nicht weggeworfen werden, sondern könnten weiter genutzt werden. Viele Menschen würden inzwischen bewusst nach gebrauchten Waren suchen, statt immer Neues zu kaufen. Gerade hochwertige Kleidung und Gegenstände könnten auf diese Weise mehrfach genutzt werden.

Doch der Umsonstladen ist mehr als ein Ort zum Bringen und Mitnehmen von Waren. Seit der Gründung gehört der sogenannte runde Tisch zum Konzept. Dort können Besucher Platz nehmen und miteinander ins Gespräch kommen. Auch Menschen, die gerade nichts suchen und nichts abgeben möchten, sind willkommen. Aus einem Gespräch über eine Hose oder eine Jacke könne sich manchmal ein ganz anderer Kontakt entwickeln. Einsamkeit, persönliche Sorgen oder die Suche nach Unterstützung könnten dabei zur Sprache kommen. Der Laden wolle so Begegnungen ermöglichen und dem Alleinsein entgegenwirken.

„Begegnung und Nachhaltigkeit, Kommunikation“ – mit diesen Worten fasste Gründungsmitglied Petra Joumaah das Konzept zusammen.

Auch eine Besucherin, die bereits früher im Umsonstladen gewesen war, zeigte sich beeindruckt von der Resonanz. An einem Donnerstagnachmittag habe sie erlebt, wie viele Menschen Waren brachten und andere Dinge mitnahmen. Das Konzept werde „unheimlich gut angenommen“. Für sie sei der Laden wichtig, weil viele Familien Unterstützung benötigten. Gleichzeitig könnten Menschen Dinge aus ihren Kellern weitergeben, die andere noch gut gebrauchen könnten. Besonders die Kombination aus Hilfe und Nachhaltigkeit mache das Projekt aus.

Der neue Umsonstladen ist dienstags von 15 bis 17.30 Uhr und donnerstags von 9.30 bis 12.30 Uhr geöffnet. Außerdem öffnet er an jedem ersten Samstag im Monat von 10 bis 12 Uhr.

Parkmöglichkeiten gibt es sowohl für Besucher als auch für Menschen, die Spenden vorbeibringen möchten. Und die kommen inzwischen nicht nur aus Bad Münder. Auch aus den Nachbarkommunen schauen Besucher regelmäßig vorbei.

Der Verein blickt nach der erfolgreichen Wiedereröffnung deshalb zuversichtlich nach vorn. Geplant sind künftig auch Veranstaltungen in den neuen, größeren Räumen. Nach dem anstrengenden Neustart soll der Staffelstab nun etwas ruhiger weitergetragen werden – mit neuen Ideen, guter Planung und weiterhin viel ehrenamtlichem Engagement.

Fotos: Christoph Huppert

Tonbeitrag

Buchvorstellung Lilli Tollkien

Montag, 24. August 2026
Für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Buchvorstellung

Samstag, 23. Mai 2026

Der neue Roman von Gerold und Hänel

Zur Premiere eine Krimi–Lesung

Erste Veranstaltung nach dem Einzug der Stadtbibliothek in die neuen Räume

Von Christoph Huppert

Springe. Die Freude ist Tibor Maxam, dem Leiter der Springer Stadtbibliothek und seiner Mitarbeiterin Claudia Oltersdorff ins Gesicht geschrieben. Die 31000 Bücher und ebenso viel elektronischen Medien haben einen neuen repräsentativen Platz gefunden. Der ideale Ort, um mit einer Lesung im durch die Sonne, die durch das gläserne Dach fällt, passenden Atmosphäre. Schon vor der Lesung gibt es Lob von allen Seiten für den neuen Standort der Stadtbibliothek im Hochhaus direkt gegenüber dem NDZ-Verlagsgebäude in der Bahnhofstraße.

Natürlich hat Maxein den Tisch, an dem die beiden Autoren Ulrike Gerold und Wolfram Hänel lesen, vor der großen Regalen mit Kriminalliteratur platziert. „Ja, der Krimi lebt und ist nicht totzukriegen“, stellt Maxein mit einem Blick auf die Bücherbestände zufrieden fest. Nach dem Auftakt mit der Lesung aus Ulrike Gerolds und Wolfram Hänels neuem Roman sollen bald weitere Veranstaltungen folgen, teilt Maxein mit. „Musik. Literatur, Kabarett, wir sind da offen.“

„Tödlicher Hafen. Kokainküste“, so lautet der Titel ihres neuen Romans. „Ich glaube damit ist das Dutzend bestimmt voll“, schmunzelt Wolfram, während Arndt Schulz, der die Lesung auf der Gitarre musikalisch illustriert probehalbe schon mal „Auf der Reeperbahn nachts um …“, den Hans-Albers-Klassiker, intoniert.

Vier Passagen aus ihrem Romanneuling haben Gerold und Hänel ausgewählt, doch sie haben überdies jede Menge interessanter Informationen aus der Welt der Verlage und dem Wandel in der schreibenden Zunft mitzuteilen. Etwa, wie man es schafft mit einigen Tricks auf die Spiegel-Bestellerliste zu kommen. „Man kauft zu Beginn der Woche auf eigene Kosten drei bis 4000 Exemplare des eigenen Buches und schwupps ist man auf der Spiegel-Bestseller- Wochenliste, die nach Verkaufszahlen und nicht nach Qualität rechnet.

Die Zuhörer, meist weiblich und über 50, erfahren etwas über den Wandel in der Gruppe der Autoren. „Vor allem die Regionalkrimis, die eine Flaute hatten, sind durch die Selfpublisher wieder im Kommen, Schreiben und veröffentlichen kann heute leider jeder“, bedauert Hänel. Einige Verlage haben zudem bei ihren Marktbeobachtungen herausgefunden, dass die „true crime“-Welle momentan geradezu überschwappt und extrem gut in allen Medien läuft. Aber auch auch Titel und Klappentexte seien nicht von den Autoren verfasst, sondern nach Marketingaspekten vom Verlag festgelegt. Und so lesen die beiden zur Einführung erst einmal die Rückseite ihres 350-Seiten Buches vor: Ein Zollteam ermittelt, als eine Kapitänin ermordet worden ist. Im Mittelpunkt stehen die Zollfander Lea Ulrichs und Jan Ole Menken, ihr Ehemann. Und die beiden verdeckten Ermittler stoßen im Hamburger Hafen auf ein gefährliches Netzwerk des europäischen Drogenmarktes. doch jemand beobachtet sie und sie geraten in Lebensgefahr.

„Nein, wir beide schreiben nicht zusammen an einem Schreibtisch“, verrät Wolfram. „Getrenntes Schreiben bringt den Erfolg. „Nur den Plot machen wir zusammen, die Personen und das Hauptgerüst. „Am Ende lesen wir es und gegenseitig vor und ich verpasse dem Text einen einheitlichen Stil.“

Die beiden Autoren verraten den gespannt lauschenden Zuhörern, wie sie an die Informationen aus dem Hamburger Hafen gekommen sind, auch das gerät zu einer lebhaften und spannenden Geschichte aus ihrer Vergangenheit. Angefangen haben beide beim Theater in Hannover und Hildesheim, später entdeckten sie das Schreiben, wobei vor allem Wolfram sich als Kinder- und Jugendbuchautor einen Namen gemacht hat.

Die Darstellung der Atmosphäre des Hamburger Hafens fasziniert auch das Ehepaar in der ersten Reihe. Das kommt eigentlich aus Dreden, hat aber auch in Springe ein Häuschen. „Wir kannten das Buch noch nicht, aber das steht jetzt natürlich auf unseren Leseplan“, versichern die beiden.

Das Ende der Handlung wird nicht verraten, aber qualitativ reiht sich der „Tod im Hamburger Hafen“ in die bisherigen Romane von Gerold und Hänel ein. Und auch Zoll und Polizei kommen gut dabei weg. Das Thema ist hochaktuell. „Wir reden von einer weißen Flut, die uns alle überrollt“, zitieren sie einen Hamburger Zollbeamten.

Bei ihrer Lesung zur Premiere der neuen Vortragsabteilung der Springer Stadtbibliothek haben Ulrike Gerold und Wolfram Hänel die Wellen der Begeisterung hochschlagen lassen. Man darf sich auf weitere Veranstaltungen freuen.

Lichtblick bei trübem Wetter.

Sonntag, 15. Februar 2026

Ein Konzert, das Mut macht

Donnerstag, 12. Februar 2026

Mit einem Konzert der ganz besonderen Art wollte die Schola der katholischen Sankt Johannes der Täufer-Kirche in Bad Münder ein Zeichen gegen die zunehmende Hoffnungslosigkeit setzen. „Gegen das Verzagen, Hoffnung in Liedern und Texten“, so das Thema der Veranstaltung.  Christoph Huppert hat das Konzert besucht …

Alternative zu Klatsch und Tratsch

Mittwoch, 28. Januar 2026

Sie erfreuen sich nicht nur in den Wartezimmern der Arztpraxen große Beliebtheit, die bunten Blätter mit den Neuigkeiten aus der Welt des Adels. Da erfährt man dann etwa den neuesten Klatsch auch über die Mitglieder der Welfenfamilie. Eine Alternative zu den Blättern der „Yellow Press“ hat „radio aktiv“- Buchexperte Christoph Huppert entdeckt. „Das Haus Hannover – abgedankt?“, so heißt das Buch, und geschrieben und herausgebracht hat es auch ein echter Blaublüter, nämlich Heinrich Prinz von Hannover mit seinem MatrixMedia-Verlag aus Göttingen. Christoph, keine boulevardeske Darstellung, oder?

Der 50. Söltjer ist erschienen

Dienstag, 02. Dezember 2025

Die vom Heimatbund Bad Münder herausgegebene Festschrift „Der Söltjer“ ist neben dem Springer Jahrbuch eine der in der Region und weit darüber hinaus anerkannte und nicht nur bei Heimatfreunden geschätzte Publikation. Die Jahresschrift ist jetzt zum 50sten Mal erschienen. Für „radioaktiv“ hat unser Buchexperte Christoph Huppert die 100 Seiten starke Schrift gelesen.

Der neue Adventskalender des FDA

Montag, 01. Dezember 2025

Bereitszum sechsten Mal haben wir den Internet-Adventskalender für den Freien Deutschen Autorenverband erstellt.

Wir bitten um Beachtung und würden uns über Rückmeldungen freuen. https://fda-adventskalender.de/

Vom Leben reich beschenkt

Freitag, 14. November 2025

Es ist wohl das schlimmste Schicksal, das man sich vorstellen kann. Den eigenen Sohn durch Suizid oder Unfall zu verlieren. Hildegard Haehn hat ihren Bruder und ihren Sohn auf diese Weise verloren und sie hat ihre Erfahrungen in einem Buch verarbeitet. Christoph Huppert hat Haehns Buch „Vom Leben reich beschenkt“ gelesen und mit der Autorin gesprochen …

Eine interessante Art Englisch zu lernen

Mittwoch, 05. November 2025

Die Sprache Englisch zu können, das ist heute eine Selbstverständlichkeit. Trotzdem ist das Lernen von Fremdsprachen oft mühsam. Dass die Zeit des sturen Vokabelnbüffelns aber längst vorbei ist, das weiß auch Buchexperte Christoph Huppert. Der hat 30 Jahre als Englischlehrer an verschiedenen Gymnasien gearbeitet und kennt sich aus mit dem Wandel des Fremdsprachenlernens. Und er hat ein ganz besonderes Buch aufgespürt. Geschrieben hat´s Thomas Cortes Young aus Coppenbrügge. Eine Abenteuergeschichte zum Englischlernen …

Ordination Benjamin Jürgensmeier

Montag, 01. September 2025

Unentbehrliches Hilfsmittel auf jedem Schreibtisch

Montag, 26. Mai 2025

Neubau der Sparkasse eröffnet

Samstag, 24. Mai 2025

KGS-Theater AG spielt Hänsel und Gretel in moderner Form

Freitag, 23. Mai 2025

Fiona ist 12, geht in die sechste Jahrgangsstufe und spielt die Stiefmutter. Eigentlich ist die die Böse im Märchen, doch in der Fassung, die die KGS-Theatergruppe vorbereitet hat, ist alles ganz anders. „Die Stiefmutter ist nicht böse, sondern nett, die Kinder werden nicht in den Wald geschickt, um was zu essen zu besorgen, sondern sollen dort in einer Art Bootcamp zu sich finden“, erklärt die Leiterin der Theater-AG, Nina Wöckener. Seit einem knappen Jahr haben sie und die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler sich mit der neuen Fassung beschäftigt. Entstanden ist eine interessante Mischung aus alt und neu. „Dabei wird deutlich, wie vieles heute in unserer Welt total absurd ist“, findet auch Erwin Käfer. „Alles aus unserem Alltag wird neu interpretiert, statt auf Suche nach etwas zu essen, sollen Hänsel und Gretel mal Abstand vom Luxus gewinnen, und die Steifmutter ist lieb und hat ´ne echte Peilung, was mit den beiden los ist´“, so der 15-Jährige. Die Gretel spielt die elfjährige Sophie. „Ja, das alte Märchen wird echt total umgedreht“, sagt sie. Die Probenarbeiten laufen momentan auf Hochtouren, und außer den jungen Akteuren werden auch die Mitglieder der KGS-Tanz AG auftreten. „Darüber hinaus werden wir auch einige Videosequenzen einspielen und hoffen, dass unser multimediales Theaterspektakel viele Zuschauer anlockt“, hofft Nina Wöckener. Eingeladen sind alle interessierten Zuschauer, die das ultramoderne Märchenspiel am 22. ab 15 Uhr im Forum der GKGS erleben können. „Der Eintritt ist zwar kostenlos, aber natürlich freuen wir uns wenn wir ein paar Spenden für unsere Theater AG bekommen“, hoffen Fiona, Erwin und und Sophie. „Wir freuen uns auf jeden Einzelnen, der kommt und uns zuschaut“, so die jungen Schauspieler. Nina Wöckener freut sich besonders darauf, „dass auch die ortsansässigen Grundschulen am 22. vormittags das modernisierte Märchen erleben können. Um 15 Uhr findet dann die große Aufführung für die Öffentlichkeit statt. „Hoffentlich haben wir ein volles Haus“, wünscht sich nicht nur Erwin.

Im Kurpak wird gezaubert

Freitag, 23. Mai 2025

Ist das Fest am Hallerbrunnen in Gefahr? Findet sich ein Nachfolger für Rolf Brings?

Sonntag, 18. Mai 2025

„Zwischen den Jahren“ – Traditionskonzert der „Coffeehouse Jazzband“ im Lalu

Dienstag, 31. Dezember 2024

Weihnachtskonzert der Feuerwehrmusikzüge Bad Münder und Flegessen

Montag, 23. Dezember 2024

Vergessen, verdrängt – Bernhard Gelderblom zum NS-Kinderheim in Hemeringen

Samstag, 30. November 2024

Landwirtschaft an Vergangenheitsaufarbeitung nicht interessiert. Interview mit Bernhard Gelderblom…

Freitag, 29. November 2024

Interviews mit Bernhard Gelderblom

Freitag, 29. November 2024

Miniaturwunderland in Kirchbrak

Donnerstag, 24. Oktober 2024

Herbstfluglager in Bisperode (Bilder und Radiobeitrag)

Donnerstag, 24. Oktober 2024
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