Erste Veranstaltung nach dem Einzug der Stadtbibliothek in die neuen Räume
Von Christoph Huppert
Springe. Die Freude ist Tibor Maxam, dem Leiter der Springer Stadtbibliothek und seiner Mitarbeiterin Claudia Oltersdorff ins Gesicht geschrieben. Die 31000 Bücher und ebenso viel elektronischen Medien haben einen neuen repräsentativen Platz gefunden. Der ideale Ort, um mit einer Lesung im durch die Sonne, die durch das gläserne Dach fällt, passenden Atmosphäre. Schon vor der Lesung gibt es Lob von allen Seiten für den neuen Standort der Stadtbibliothek im Hochhaus direkt gegenüber dem NDZ-Verlagsgebäude in der Bahnhofstraße.
Natürlich hat Maxein den Tisch, an dem die beiden Autoren Ulrike Gerold und Wolfram Hänel lesen, vor der großen Regalen mit Kriminalliteratur platziert. „Ja, der Krimi lebt und ist nicht totzukriegen“, stellt Maxein mit einem Blick auf die Bücherbestände zufrieden fest. Nach dem Auftakt mit der Lesung aus Ulrike Gerolds und Wolfram Hänels neuem Roman sollen bald weitere Veranstaltungen folgen, teilt Maxein mit. „Musik. Literatur, Kabarett, wir sind da offen.“
„Tödlicher Hafen. Kokainküste“, so lautet der Titel ihres neuen Romans. „Ich glaube damit ist das Dutzend bestimmt voll“, schmunzelt Wolfram, während Arndt Schulz, der die Lesung auf der Gitarre musikalisch illustriert probehalbe schon mal „Auf der Reeperbahn nachts um …“, den Hans-Albers-Klassiker, intoniert.
Vier Passagen aus ihrem Romanneuling haben Gerold und Hänel ausgewählt, doch sie haben überdies jede Menge interessanter Informationen aus der Welt der Verlage und dem Wandel in der schreibenden Zunft mitzuteilen. Etwa, wie man es schafft mit einigen Tricks auf die Spiegel-Bestellerliste zu kommen. „Man kauft zu Beginn der Woche auf eigene Kosten drei bis 4000 Exemplare des eigenen Buches und schwupps ist man auf der Spiegel-Bestseller- Wochenliste, die nach Verkaufszahlen und nicht nach Qualität rechnet.
Die Zuhörer, meist weiblich und über 50, erfahren etwas über den Wandel in der Gruppe der Autoren. „Vor allem die Regionalkrimis, die eine Flaute hatten, sind durch die Selfpublisher wieder im Kommen, Schreiben und veröffentlichen kann heute leider jeder“, bedauert Hänel. Einige Verlage haben zudem bei ihren Marktbeobachtungen herausgefunden, dass die „true crime“-Welle momentan geradezu überschwappt und extrem gut in allen Medien läuft. Aber auch auch Titel und Klappentexte seien nicht von den Autoren verfasst, sondern nach Marketingaspekten vom Verlag festgelegt. Und so lesen die beiden zur Einführung erst einmal die Rückseite ihres 350-Seiten Buches vor: Ein Zollteam ermittelt, als eine Kapitänin ermordet worden ist. Im Mittelpunkt stehen die Zollfander Lea Ulrichs und Jan Ole Menken, ihr Ehemann. Und die beiden verdeckten Ermittler stoßen im Hamburger Hafen auf ein gefährliches Netzwerk des europäischen Drogenmarktes. doch jemand beobachtet sie und sie geraten in Lebensgefahr.
„Nein, wir beide schreiben nicht zusammen an einem Schreibtisch“, verrät Wolfram. „Getrenntes Schreiben bringt den Erfolg. „Nur den Plot machen wir zusammen, die Personen und das Hauptgerüst. „Am Ende lesen wir es und gegenseitig vor und ich verpasse dem Text einen einheitlichen Stil.“
Die beiden Autoren verraten den gespannt lauschenden Zuhörern, wie sie an die Informationen aus dem Hamburger Hafen gekommen sind, auch das gerät zu einer lebhaften und spannenden Geschichte aus ihrer Vergangenheit. Angefangen haben beide beim Theater in Hannover und Hildesheim, später entdeckten sie das Schreiben, wobei vor allem Wolfram sich als Kinder- und Jugendbuchautor einen Namen gemacht hat.
Die Darstellung der Atmosphäre des Hamburger Hafens fasziniert auch das Ehepaar in der ersten Reihe. Das kommt eigentlich aus Dreden, hat aber auch in Springe ein Häuschen. „Wir kannten das Buch noch nicht, aber das steht jetzt natürlich auf unseren Leseplan“, versichern die beiden.
Das Ende der Handlung wird nicht verraten, aber qualitativ reiht sich der „Tod im Hamburger Hafen“ in die bisherigen Romane von Gerold und Hänel ein. Und auch Zoll und Polizei kommen gut dabei weg. Das Thema ist hochaktuell. „Wir reden von einer weißen Flut, die uns alle überrollt“, zitieren sie einen Hamburger Zollbeamten.
Bei ihrer Lesung zur Premiere der neuen Vortragsabteilung der Springer Stadtbibliothek haben Ulrike Gerold und Wolfram Hänel die Wellen der Begeisterung hochschlagen lassen. Man darf sich auf weitere Veranstaltungen freuen.
Mit einem Konzert der ganz besonderen Art wollte die Schola der katholischen Sankt Johannes der Täufer-Kirche in Bad Münder ein Zeichen gegen die zunehmende Hoffnungslosigkeit setzen. „Gegen das Verzagen, Hoffnung in Liedern und Texten“, so das Thema der Veranstaltung. Christoph Huppert hat das Konzert besucht …
Sie erfreuen sich nicht nur in den Wartezimmern der Arztpraxen große Beliebtheit, die bunten Blätter mit den Neuigkeiten aus der Welt des Adels. Da erfährt man dann etwa den neuesten Klatsch auch über die Mitglieder der Welfenfamilie. Eine Alternative zu den Blättern der „Yellow Press“ hat „radio aktiv“- Buchexperte Christoph Huppert entdeckt. „Das Haus Hannover – abgedankt?“, so heißt das Buch, und geschrieben und herausgebracht hat es auch ein echter Blaublüter, nämlich Heinrich Prinz von Hannover mit seinem MatrixMedia-Verlag aus Göttingen. Christoph, keine boulevardeske Darstellung, oder?
Die vom Heimatbund Bad Münder herausgegebene Festschrift „Der Söltjer“ ist neben dem Springer Jahrbuch eine der in der Region und weit darüber hinaus anerkannte und nicht nur bei Heimatfreunden geschätzte Publikation. Die Jahresschrift ist jetzt zum 50sten Mal erschienen. Für „radioaktiv“ hat unser Buchexperte Christoph Huppert die 100 Seiten starke Schrift gelesen.
Es ist wohl das schlimmste Schicksal, das man sich vorstellen kann. Den eigenen Sohn durch Suizid oder Unfall zu verlieren. Hildegard Haehn hat ihren Bruder und ihren Sohn auf diese Weise verloren und sie hat ihre Erfahrungen in einem Buch verarbeitet. Christoph Huppert hat Haehns Buch „Vom Leben reich beschenkt“ gelesen und mit der Autorin gesprochen …
Die Sprache Englisch zu können, das ist heute eine Selbstverständlichkeit. Trotzdem ist das Lernen von Fremdsprachen oft mühsam. Dass die Zeit des sturen Vokabelnbüffelns aber längst vorbei ist, das weiß auch Buchexperte Christoph Huppert. Der hat 30 Jahre als Englischlehrer an verschiedenen Gymnasien gearbeitet und kennt sich aus mit dem Wandel des Fremdsprachenlernens. Und er hat ein ganz besonderes Buch aufgespürt. Geschrieben hat´s Thomas Cortes Young aus Coppenbrügge. Eine Abenteuergeschichte zum Englischlernen …
Fiona ist 12, geht in die sechste Jahrgangsstufe und spielt die Stiefmutter. Eigentlich ist die die Böse im Märchen, doch in der Fassung, die die KGS-Theatergruppe vorbereitet hat, ist alles ganz anders. „Die Stiefmutter ist nicht böse, sondern nett, die Kinder werden nicht in den Wald geschickt, um was zu essen zu besorgen, sondern sollen dort in einer Art Bootcamp zu sich finden“, erklärt die Leiterin der Theater-AG, Nina Wöckener. Seit einem knappen Jahr haben sie und die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler sich mit der neuen Fassung beschäftigt. Entstanden ist eine interessante Mischung aus alt und neu. „Dabei wird deutlich, wie vieles heute in unserer Welt total absurd ist“, findet auch Erwin Käfer. „Alles aus unserem Alltag wird neu interpretiert, statt auf Suche nach etwas zu essen, sollen Hänsel und Gretel mal Abstand vom Luxus gewinnen, und die Steifmutter ist lieb und hat ´ne echte Peilung, was mit den beiden los ist´“, so der 15-Jährige. Die Gretel spielt die elfjährige Sophie. „Ja, das alte Märchen wird echt total umgedreht“, sagt sie. Die Probenarbeiten laufen momentan auf Hochtouren, und außer den jungen Akteuren werden auch die Mitglieder der KGS-Tanz AG auftreten. „Darüber hinaus werden wir auch einige Videosequenzen einspielen und hoffen, dass unser multimediales Theaterspektakel viele Zuschauer anlockt“, hofft Nina Wöckener. Eingeladen sind alle interessierten Zuschauer, die das ultramoderne Märchenspiel am 22. ab 15 Uhr im Forum der GKGS erleben können. „Der Eintritt ist zwar kostenlos, aber natürlich freuen wir uns wenn wir ein paar Spenden für unsere Theater AG bekommen“, hoffen Fiona, Erwin und und Sophie. „Wir freuen uns auf jeden Einzelnen, der kommt und uns zuschaut“, so die jungen Schauspieler. Nina Wöckener freut sich besonders darauf, „dass auch die ortsansässigen Grundschulen am 22. vormittags das modernisierte Märchen erleben können. Um 15 Uhr findet dann die große Aufführung für die Öffentlichkeit statt. „Hoffentlich haben wir ein volles Haus“, wünscht sich nicht nur Erwin.