Wechsel an der Spitze der Ortsgruppe des Heimatbundes Bad Münder – Andreas Wosch gibt Amt nach drei Jahren aus familiären Gründen ab
Die Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe des Heimatbundes Bad Münder stand ganz im Zeichen eines personellen Wechsels an der Spitze. Nach drei Jahren als Vorsitzender stellte sich Andreas Wosch nicht erneut zur Wahl. Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder Michael Meyer. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden weitgehend in ihren Ämtern bestätigt 14 Mitglieder waren zur Jahreshauptversammlung zusammengekommen. Nach einer Gedenkminute für zwei verstorbene Mitglieder standen zunächst die Berichte aus den verschiedenen Arbeitsbereichen sowie der Kassenbericht auf der Tagesordnung. Der wichtigste Punkt folgte jedoch nach der Entlastung des bisherigen Vorstandes: die turnusgemäße Neuwahl. Die dreijährige Amtszeit des Vorstandes war abgelaufen. Andreas Wosch hatte bereits vor der Wahl deutlich gemacht, dass er das Amt des Vorsitzenden abgeben werde. Der Grund liegt vor allem in seiner familiären Situation. Seine Frau sei gestürzt und habe sich dabei Bein und Schulter gebrochen. Sie benötige nun Pflege zu Hause. „Dann wird das ein bisschen viel“, sagte Wosch und erläuterte damit seine Entscheidung, den Vorsitz nach drei Jahren abzugeben. Ohne diese Entwicklung wäre er nach eigenen Worten vermutlich Vorsitzender geblieben. Rückblickend zog Wosch eine positive Bilanz seiner Amtszeit. Für ihn sei es die erste Tätigkeit als Erster Vorsitzender gewesen. „Ich habe hier einiges gelernt in den drei Jahren“, sagte er. Die Zusammenarbeit im Vorstand und im Verein sei hervorragend gewesen. Für die Zukunft formulierte der scheidende Vorsitzende mehrere Wünsche. Das Museum solle noch lange bestehen bleiben. Zugleich hoffe er auf noch mehr Unterstützung und Engagement für das Museum sowie auf weitere interessante Objekte für künftige Ausstellungen.
Bei der Wahl des Vorsitzenden wurde zunächst auch eine Wiederwahl von Andreas Wosch ins Gespräch gebracht. Wosch lehnte jedoch eine weitere Kandidatur ab. Aus der Versammlung kam daraufhin der Vorschlag, Michael Meyer zum neuen Vorsitzenden zu wählen. Meyer erklärte sich bereit zu kandidieren. Die Abstimmung fiel eindeutig aus. Die Mitglieder wählten Michael Meyer einstimmig zum neuen Vorsitzenden, wobei sich der Betroffene selbst enthielt. Damit übernimmt Meyer die Leitung eines Vereins, dessen Aufgaben weit über den Betrieb des Heimatmuseums hinausgehen. Der Heimatbund engagiert sich neben der Museumsarbeit auch für Natur- und Umweltthemen, insbesondere für die Süntelbuchen und den Waldnaturschutz, sowie für die Herausgabe des „Söltjer“.
Bei den weiteren Wahlen setzte die Versammlung vor allem auf Kontinuität. Christa Kaufmann wurde als stellvertretende Vorsitzende wiedergewählt. Gegenkandidaten gab es nicht. Auch Friedrich Kunrich bleibt Schatzmeister des Heimatbundes. Die Mitglieder bestätigten außerdem Ingrid Goldhahn-Müller im Amt der Schriftführerin. Hans-Werner Müller wurde erneut zum Beisitzer gewählt. Die Wiederwahlen fielen jeweils mit großer Mehrheit beziehungsweise einstimmig aus. Weitere Beisitzer wurden nicht vorgeschlagen. Für Michael Meyer bedeutet die Wahl einen Wechsel der Verantwortung, nachdem er bereits in verschiedenen Bereichen des Heimatbundes und der Museumsarbeit aktiv gewesen ist. Besonders die künftige Entwicklung des Museums dürfte den neuen Vorstand beschäftigen. Unmittelbar nach der Wahl würdigte Michael Meyer die Arbeit seines Vorgängers. Als neuer Vorstand wolle man sich bei Andreas Wosch ausdrücklich für dessen Einsatz bedanken. „Das, was du die drei Jahre alles geleistet hast, ist wirklich toll“, sagte Meyer. Wosch habe sich in dieser Zeit für das Museum und den gesamten Verein eingesetzt. Auch wenn Wosch den Vorsitz abgibt, soll er dem Heimatbund verbunden bleiben. Die Mitglieder machten deutlich, dass sie weiterhin auf seine Mitarbeit hoffen. Wosch selbst erklärte, dies sei für ihn „kein Thema“.
Als Zeichen des Dankes erhielt der scheidende Vorsitzende zunächst eine kleine Anerkennung. Zu einer späteren Vorstandssitzung soll es nach Angaben des neuen Vorsitzenden noch eine weitere Überraschung geben. In den Berichten der Jahreshauptversammlung wurde deutlich, dass auf den neuen Vorstand eine Reihe von Aufgaben wartet. Das Heimatmuseum ist weiterhin ein zentraler Schwerpunkt der Vereinsarbeit. Die aktuelle Sonderausstellung zum Dreißigjährigen Krieg in der Region sei mit großem Zuspruch eröffnet worden und werde gut besucht.
Zugleich gab es zuletzt auch Schwierigkeiten. Wegen Arbeiten an der Außenfassade mussten Räume der Dauerausstellung zeitweise geschlossen werden. Außerdem drang erneut Wasser in den Gewölbekeller ein. Für die Zukunft wird zudem eine Nachfolge für die Museumsleitung gesucht. Kai Wittenrich kündigte an, seine Tätigkeit als Museumsleiter im Sommer des kommenden Jahres zu beenden. Der Heimatbund hofft deshalb weiterhin auf Menschen, die bereit sind, ehrenamtlich Verantwortung zu übernehmen. Sowohl für den Heimatbund als auch für das Museum würden Mitstreiter gesucht. „Wir freuen uns über jeden, der sich hier bei uns meldet“, lautet der Aufruf an interessierte Bürgerinnen und Bürger. Mit der Wahl von Michael Meyer an die Spitze und der weitgehenden Bestätigung des bisherigen Teams hat der Heimatbund Bad Münder nun zunächst die personellen Weichen für die kommenden drei Jahre gestellt. Kontinuität und ein Wechsel im Vorsitz sollen dabei zusammengeführt werden.
Ein veganer Fettstuhl, ein verfremdetes Selbstbildnis und moderne Bildbearbeitung nach dem Vorbild Salvador Dalís: Die Ausstellung „Alte Meister humorvoll gesehen“ sorgt derzeit im Museum Bad Münder für einen ungewöhnlichen Blick auf bekannte Werke der Kunstgeschichte. Die Mitglieder des Forum Kunst Springe und Bad Münder haben sich dabei berühmte Vorbilder vorgenommen und diese auf ihre eigene Weise neu interpretiert. Humor ist ausdrücklich erwünscht.
18 der rund 32 Mitglieder der Interessengemeinschaft beteiligen sich an der Ausstellung. Sie hatten bei der Auswahl ihrer Vorbilder weitgehend freie Hand. Entstanden sind ganz unterschiedliche Arbeiten – von Acrylbildern über Collagen bis hin zu Assemblagen und Objekten. „Wir haben die Ausstellung ,Alte Meister humorvoll gesehen‘ genannt“, erläutert eine Vertreterin des Forum Kunst. Die Idee sei gewesen, das Museum „mit etwas Modernem und mit etwas Humorvollem zu bereichern“. Die Kunstwerke sollten deshalb nicht einfach bekannte Vorbilder kopieren. Sie wurden verfremdet, neu interpretiert und teilweise in einen völlig anderen Zusammenhang gestellt. „Mal was anderes zu machen“, sei gerade der Reiz des Projekts gewesen, heißt es aus dem Kreis der beteiligten Künstler. Die Vorgabe habe die Möglichkeit eröffnet, mit eigenen Ideen, Intentionen und Materialien einen anderen Weg im eigenen Gestalten zu gehen. Zu den ungewöhnlichsten Arbeiten der Ausstellung gehört zweifellos die Interpretation eines Werks von Joseph Beuys durch Shanti Rüger-Dege.
Sie hat sich den berühmten Fettstuhl des Künstlers vorgenommen – allerdings in einer zeitgemäßen Variante. „Ich mache ein Remake vom Fettstuhl von Joseph Beuys“, erklärt sie. Da die Ausstellung ausdrücklich humorvoll angelegt sei, habe sie sich für einen „veganen Fettstuhl mit Pflanzenmargarine und ein bisschen Knäckebrot“ entschieden. Das Originalmotiv wird damit nicht nur humorvoll verfremdet. Die Künstlerin verbindet ihre Arbeit auch mit aktuellen Themen. Bei Beuys sei Fett ein Energiespeicher gewesen, erläutert Rüger-Dege. Deshalb habe sie ihrem Objekt zusätzlich einen Stecker hinzugefügt – allerdings ohne ihn tatsächlich in eine Steckdose zu stecken. In Zeiten der Energiewende sei der Gedanke des Speicherns aktueller denn je, sagt sie. „Wir wollen ja alle mehr Energiespeicher haben, um den überflüssigen Strom zu speichern.“ Für Shanti Rüger-Dege ist die Kunst dabei mehr als ein Hobby oder bloßer Ausgleich. Nach ihrem Berufsleben als Psychologin und Psychotherapeutin widmet sie sich heute vor allem der Kunst. „Nee, das ist ’ne Leidenschaft“, sagt sie. Schon früher habe sie eigentlich Kunst machen wollen. Sie habe sich jedoch zunächst für das Studium der Psychologie entschieden. Nach dem Ende ihres Berufslebens sei für sie der Zeitpunkt gekommen, den früheren Wunsch wieder aufzugreifen. „Wenn ich jetzt damit aufhöre, dann kann ich mit Kunst anfangen“, sagt sie.
Auch Hans Ullmann aus Springe hat für die Ausstellung ein berühmtes Vorbild neu interpretiert. Sein Werk besteht aus drei verschiedenen Fotografien, die am Computer bearbeitet und zu einer neuen Aussage zusammengefügt wurden. Als Inspiration diente ihm ein Werk von Salvador Dalí. „Ich hab mir ein Stück von Salvador Dalí ausgesucht und mich von diesem Bild inspirieren lassen“, erklärt Ullmann. „Und so ist mein Bild entstanden.“ Gerade diese Verbindung von Kunstgeschichte und modernen Gestaltungsmöglichkeiten prägt die Ausstellung.
Die historischen Vorbilder werden nicht ehrfürchtig auf Abstand gehalten. Sie werden vielmehr zum Ausgangspunkt für eigene Ideen. Dass eine solche Ausstellung gerade im Museum Bad Münder stattfindet, ist ebenfalls Teil des Konzepts. Die Kunstwerke sind in die Dauerausstellung des Museums integriert. Damit sollen neue Blickwinkel auf die bekannten Räume entstehen und zugleich neue Besuchergruppen angesprochen werden. „Wenn man da was Neues mit reinbringt, lockt das natürlich ganz andere Leute an“, sagt einer der Veranstalter. Das gelte auch für Menschen, „die gar nicht unbedingt ins Museum gehen“. Eine ähnliche Erfahrung hatte das Museum bereits bei einer früheren Ausstellung gemacht, bei der Bilder mit Motiven aus Bad Münder und den Ortsteilen gezeigt worden waren.
Auch diesmal verbindet das Projekt regionale Kunstschaffende mit einem ungewöhnlichen Ausstellungsort.
Das Forum Kunst Springe und Bad Münder besteht seit 2018 und organisiert regelmäßig gemeinsame Ausstellungen. Bei „Alte Meister humorvoll gesehen“ handelt es sich überwiegend um erfahrene Hobby- und Laienkünstlerinnen und -künstler. Ein Kunststudium sei keine Voraussetzung. Entscheidend seien die Freude am Gestalten und die Bereitschaft gewesen, sich auf das ungewöhnliche Thema einzulassen. Die Ausstellung will deshalb auch keine kunsthistorische Lehrstunde sein. Vielmehr geht es darum, bekannte Bilder und Kunstwerke mit einem Augenzwinkern neu zu betrachten.
Ob Joseph Beuys mit veganem Fett, Salvador Dalí als Inspiration für digitale Bildbearbeitung oder andere berühmte Vorbilder in Collagen und Assemblagen – die Besucher sollen eigene Entdeckungen machen und dabei auch lachen dürfen. Die Ausstellung „Alte Meister humorvoll gesehen“ ist bis zum dritten Advent, dem 13. Dezember, im Museum Bad Münder zu sehen. Geöffnet ist sonntags von 14 bis 17 Uhr. Gruppen können nach vorheriger Absprache auch außerhalb dieser Zeiten durch die Ausstellung geführt werden.
Nachhaltigkeit und Kommunikation stehen im Mittelpunkt
Kleidung, Schuhe, Haushaltswaren, Spielzeug, Geschirr und kleine Elektrogeräte: Im neuen Umsonstladen in Bad Münder haben Dinge, die andere nicht mehr benötigen, eine zweite Chance. Nach einer 16-monatigen Zwangspause hat der Verein Umsonst e.V. seine Arbeit an einem neuen Standort wieder aufgenommen. Zur Wiedereröffnung kamen zahlreiche Gäste, Unterstützer und Mitglieder. Susanne Wiegemann, zweite Vorsitzende des Vereins, erinnerte daran, dass der bisherige Laden wegen eines Wasserschadens geschlossen werden musste. Hinzu sei eine Gesundheitsbelastung gekommen. Danach habe das Team lange nach geeigneten neuen Räumen gesucht. „Jetzt sind wir hier eingezogen und fühlen uns sehr wohl“, so Wiegemann. Die Freude darüber, wieder einen festen Standort zu haben, sei im gesamten Team groß, denn ein Verein ohne eigene Räume könne zwar funktionieren, der Umsonstladen ohne Laden aber nicht.
Seit 2003 gehört das Projekt zur sozialen Landschaft der Stadt Bad Münder. Gegründet wurde es damals in der Petersilienstraße. Gründungsmitglied Petra Joumaah erinnert sich noch gut an die Anfangszeit. „Mit größtem Enthusiasmus sind wir da rangegangen, und es war eigentlich in kürzester Zeit eine Erfolgsgeschichte“, sagte sie. Nach 23 Jahren ist der jetzige Standort neben dem Haus der TUSPO bereits der dritte Umzug des Vereins. Der Weg dorthin war allerdings mit erheblichem Einsatz verbunden.
In einer Ansprache zur Wiedereröffnung verglich die Vorsitzende Monica Gräfin Adelmann die Geschichte des Vereins die vergangenen Monate mit einem Staffellauf. Nach dem Wasserschaden musste zunächst der alte Laden geräumt werden. Dann ergab sich überraschend die Möglichkeit, neue Räume zu beziehen. Renovierungsarbeiten, der Aufbau von Regalen und die Einrichtung des Ladens folgten.
Auch finanzielle und materielle Spenden erleichterten den Neustart. Seit dem 1. Juni konnten zunächst wieder Waren entgegengenommen werden. Seit dem 1. Juli ist der Laden vollständig geöffnet. Das Konzept unterscheidet sich dabei deutlich von einer Tafel. Einen Nachweis über Hilfebedürftigkeit müssen Besucher nicht vorlegen. Grundsätzlich könne jeder den Laden besuchen, erklärte Wiegemann. Im Mittelpunkt stehen Kleidung und Schuhe, aber auch Haushaltswaren, Spielzeug, Geschirr, Töpfe, Pfannen und Kleinelektrogeräte. Alle gespendeten Gegenstände werden bei der Annahme kontrolliert. Nur saubere und einwandfreie Waren werden weitergegeben. Der Umsonstladen sei ausdrücklich kein Ort, an dem ungeprüfte Gegenstände einfach abgeladen werden könnten.
Die Waren stammen von Menschen, die aufräumen, sich verkleinern oder Dinge weitergeben möchten, die beispielsweise ihren Kindern nicht mehr passen. Für die abgegebenen Waren werden geringe Entgelte erhoben. Davon finanziert der Verein Miete, Strom und weitere Nebenkosten. Öffentliche Zuschüsse von Stadt oder Land erhält der Laden nicht, alle Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich. Sollten Überschüsse entstehen, werden diese an andere soziale Projekte in der Region weitergeleitet.
Eine wichtige Rolle spielt neben der sozialen Unterstützung die Nachhaltigkeit.
Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah bezeichnete den Umsonstladen als „großen Gewinn für Bad Münder und seine Ortsteile“. Sie hob hervor, dass sich der Nachhaltigkeitsgedanke in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt habe, gebrauchsfähige Dinge müssten nicht weggeworfen werden, sondern könnten weiter genutzt werden. Viele Menschen würden inzwischen bewusst nach gebrauchten Waren suchen, statt immer Neues zu kaufen. Gerade hochwertige Kleidung und Gegenstände könnten auf diese Weise mehrfach genutzt werden.
Doch der Umsonstladen ist mehr als ein Ort zum Bringen und Mitnehmen von Waren. Seit der Gründung gehört der sogenannte runde Tisch zum Konzept. Dort können Besucher Platz nehmen und miteinander ins Gespräch kommen. Auch Menschen, die gerade nichts suchen und nichts abgeben möchten, sind willkommen. Aus einem Gespräch über eine Hose oder eine Jacke könne sich manchmal ein ganz anderer Kontakt entwickeln. Einsamkeit, persönliche Sorgen oder die Suche nach Unterstützung könnten dabei zur Sprache kommen. Der Laden wolle so Begegnungen ermöglichen und dem Alleinsein entgegenwirken.
„Begegnung und Nachhaltigkeit, Kommunikation“ – mit diesen Worten fasste Gründungsmitglied Petra Joumaah das Konzept zusammen.
Auch eine Besucherin, die bereits früher im Umsonstladen gewesen war, zeigte sich beeindruckt von der Resonanz. An einem Donnerstagnachmittag habe sie erlebt, wie viele Menschen Waren brachten und andere Dinge mitnahmen. Das Konzept werde „unheimlich gut angenommen“. Für sie sei der Laden wichtig, weil viele Familien Unterstützung benötigten. Gleichzeitig könnten Menschen Dinge aus ihren Kellern weitergeben, die andere noch gut gebrauchen könnten. Besonders die Kombination aus Hilfe und Nachhaltigkeit mache das Projekt aus.
Der neue Umsonstladen ist dienstags von 15 bis 17.30 Uhr und donnerstags von 9.30 bis 12.30 Uhr geöffnet. Außerdem öffnet er an jedem ersten Samstag im Monat von 10 bis 12 Uhr.
Parkmöglichkeiten gibt es sowohl für Besucher als auch für Menschen, die Spenden vorbeibringen möchten. Und die kommen inzwischen nicht nur aus Bad Münder. Auch aus den Nachbarkommunen schauen Besucher regelmäßig vorbei.
Der Verein blickt nach der erfolgreichen Wiedereröffnung deshalb zuversichtlich nach vorn. Geplant sind künftig auch Veranstaltungen in den neuen, größeren Räumen. Nach dem anstrengenden Neustart soll der Staffelstab nun etwas ruhiger weitergetragen werden – mit neuen Ideen, guter Planung und weiterhin viel ehrenamtlichem Engagement.
Erste Veranstaltung nach dem Einzug der Stadtbibliothek in die neuen Räume
Von Christoph Huppert
Springe. Die Freude ist Tibor Maxam, dem Leiter der Springer Stadtbibliothek und seiner Mitarbeiterin Claudia Oltersdorff ins Gesicht geschrieben. Die 31000 Bücher und ebenso viel elektronischen Medien haben einen neuen repräsentativen Platz gefunden. Der ideale Ort, um mit einer Lesung im durch die Sonne, die durch das gläserne Dach fällt, passenden Atmosphäre. Schon vor der Lesung gibt es Lob von allen Seiten für den neuen Standort der Stadtbibliothek im Hochhaus direkt gegenüber dem NDZ-Verlagsgebäude in der Bahnhofstraße.
Natürlich hat Maxein den Tisch, an dem die beiden Autoren Ulrike Gerold und Wolfram Hänel lesen, vor der großen Regalen mit Kriminalliteratur platziert. „Ja, der Krimi lebt und ist nicht totzukriegen“, stellt Maxein mit einem Blick auf die Bücherbestände zufrieden fest. Nach dem Auftakt mit der Lesung aus Ulrike Gerolds und Wolfram Hänels neuem Roman sollen bald weitere Veranstaltungen folgen, teilt Maxein mit. „Musik. Literatur, Kabarett, wir sind da offen.“
„Tödlicher Hafen. Kokainküste“, so lautet der Titel ihres neuen Romans. „Ich glaube damit ist das Dutzend bestimmt voll“, schmunzelt Wolfram, während Arndt Schulz, der die Lesung auf der Gitarre musikalisch illustriert probehalbe schon mal „Auf der Reeperbahn nachts um …“, den Hans-Albers-Klassiker, intoniert.
Vier Passagen aus ihrem Romanneuling haben Gerold und Hänel ausgewählt, doch sie haben überdies jede Menge interessanter Informationen aus der Welt der Verlage und dem Wandel in der schreibenden Zunft mitzuteilen. Etwa, wie man es schafft mit einigen Tricks auf die Spiegel-Bestellerliste zu kommen. „Man kauft zu Beginn der Woche auf eigene Kosten drei bis 4000 Exemplare des eigenen Buches und schwupps ist man auf der Spiegel-Bestseller- Wochenliste, die nach Verkaufszahlen und nicht nach Qualität rechnet.
Die Zuhörer, meist weiblich und über 50, erfahren etwas über den Wandel in der Gruppe der Autoren. „Vor allem die Regionalkrimis, die eine Flaute hatten, sind durch die Selfpublisher wieder im Kommen, Schreiben und veröffentlichen kann heute leider jeder“, bedauert Hänel. Einige Verlage haben zudem bei ihren Marktbeobachtungen herausgefunden, dass die „true crime“-Welle momentan geradezu überschwappt und extrem gut in allen Medien läuft. Aber auch auch Titel und Klappentexte seien nicht von den Autoren verfasst, sondern nach Marketingaspekten vom Verlag festgelegt. Und so lesen die beiden zur Einführung erst einmal die Rückseite ihres 350-Seiten Buches vor: Ein Zollteam ermittelt, als eine Kapitänin ermordet worden ist. Im Mittelpunkt stehen die Zollfander Lea Ulrichs und Jan Ole Menken, ihr Ehemann. Und die beiden verdeckten Ermittler stoßen im Hamburger Hafen auf ein gefährliches Netzwerk des europäischen Drogenmarktes. doch jemand beobachtet sie und sie geraten in Lebensgefahr.
„Nein, wir beide schreiben nicht zusammen an einem Schreibtisch“, verrät Wolfram. „Getrenntes Schreiben bringt den Erfolg. „Nur den Plot machen wir zusammen, die Personen und das Hauptgerüst. „Am Ende lesen wir es und gegenseitig vor und ich verpasse dem Text einen einheitlichen Stil.“
Die beiden Autoren verraten den gespannt lauschenden Zuhörern, wie sie an die Informationen aus dem Hamburger Hafen gekommen sind, auch das gerät zu einer lebhaften und spannenden Geschichte aus ihrer Vergangenheit. Angefangen haben beide beim Theater in Hannover und Hildesheim, später entdeckten sie das Schreiben, wobei vor allem Wolfram sich als Kinder- und Jugendbuchautor einen Namen gemacht hat.
Die Darstellung der Atmosphäre des Hamburger Hafens fasziniert auch das Ehepaar in der ersten Reihe. Das kommt eigentlich aus Dreden, hat aber auch in Springe ein Häuschen. „Wir kannten das Buch noch nicht, aber das steht jetzt natürlich auf unseren Leseplan“, versichern die beiden.
Das Ende der Handlung wird nicht verraten, aber qualitativ reiht sich der „Tod im Hamburger Hafen“ in die bisherigen Romane von Gerold und Hänel ein. Und auch Zoll und Polizei kommen gut dabei weg. Das Thema ist hochaktuell. „Wir reden von einer weißen Flut, die uns alle überrollt“, zitieren sie einen Hamburger Zollbeamten.
Bei ihrer Lesung zur Premiere der neuen Vortragsabteilung der Springer Stadtbibliothek haben Ulrike Gerold und Wolfram Hänel die Wellen der Begeisterung hochschlagen lassen. Man darf sich auf weitere Veranstaltungen freuen.
Mit einem Konzert der ganz besonderen Art wollte die Schola der katholischen Sankt Johannes der Täufer-Kirche in Bad Münder ein Zeichen gegen die zunehmende Hoffnungslosigkeit setzen. „Gegen das Verzagen, Hoffnung in Liedern und Texten“, so das Thema der Veranstaltung. Christoph Huppert hat das Konzert besucht …
Sie erfreuen sich nicht nur in den Wartezimmern der Arztpraxen große Beliebtheit, die bunten Blätter mit den Neuigkeiten aus der Welt des Adels. Da erfährt man dann etwa den neuesten Klatsch auch über die Mitglieder der Welfenfamilie. Eine Alternative zu den Blättern der „Yellow Press“ hat „radio aktiv“- Buchexperte Christoph Huppert entdeckt. „Das Haus Hannover – abgedankt?“, so heißt das Buch, und geschrieben und herausgebracht hat es auch ein echter Blaublüter, nämlich Heinrich Prinz von Hannover mit seinem MatrixMedia-Verlag aus Göttingen. Christoph, keine boulevardeske Darstellung, oder?
Die vom Heimatbund Bad Münder herausgegebene Festschrift „Der Söltjer“ ist neben dem Springer Jahrbuch eine der in der Region und weit darüber hinaus anerkannte und nicht nur bei Heimatfreunden geschätzte Publikation. Die Jahresschrift ist jetzt zum 50sten Mal erschienen. Für „radioaktiv“ hat unser Buchexperte Christoph Huppert die 100 Seiten starke Schrift gelesen.
Es ist wohl das schlimmste Schicksal, das man sich vorstellen kann. Den eigenen Sohn durch Suizid oder Unfall zu verlieren. Hildegard Haehn hat ihren Bruder und ihren Sohn auf diese Weise verloren und sie hat ihre Erfahrungen in einem Buch verarbeitet. Christoph Huppert hat Haehns Buch „Vom Leben reich beschenkt“ gelesen und mit der Autorin gesprochen …
Die Sprache Englisch zu können, das ist heute eine Selbstverständlichkeit. Trotzdem ist das Lernen von Fremdsprachen oft mühsam. Dass die Zeit des sturen Vokabelnbüffelns aber längst vorbei ist, das weiß auch Buchexperte Christoph Huppert. Der hat 30 Jahre als Englischlehrer an verschiedenen Gymnasien gearbeitet und kennt sich aus mit dem Wandel des Fremdsprachenlernens. Und er hat ein ganz besonderes Buch aufgespürt. Geschrieben hat´s Thomas Cortes Young aus Coppenbrügge. Eine Abenteuergeschichte zum Englischlernen …
Fiona ist 12, geht in die sechste Jahrgangsstufe und spielt die Stiefmutter. Eigentlich ist die die Böse im Märchen, doch in der Fassung, die die KGS-Theatergruppe vorbereitet hat, ist alles ganz anders. „Die Stiefmutter ist nicht böse, sondern nett, die Kinder werden nicht in den Wald geschickt, um was zu essen zu besorgen, sondern sollen dort in einer Art Bootcamp zu sich finden“, erklärt die Leiterin der Theater-AG, Nina Wöckener. Seit einem knappen Jahr haben sie und die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler sich mit der neuen Fassung beschäftigt. Entstanden ist eine interessante Mischung aus alt und neu. „Dabei wird deutlich, wie vieles heute in unserer Welt total absurd ist“, findet auch Erwin Käfer. „Alles aus unserem Alltag wird neu interpretiert, statt auf Suche nach etwas zu essen, sollen Hänsel und Gretel mal Abstand vom Luxus gewinnen, und die Steifmutter ist lieb und hat ´ne echte Peilung, was mit den beiden los ist´“, so der 15-Jährige. Die Gretel spielt die elfjährige Sophie. „Ja, das alte Märchen wird echt total umgedreht“, sagt sie. Die Probenarbeiten laufen momentan auf Hochtouren, und außer den jungen Akteuren werden auch die Mitglieder der KGS-Tanz AG auftreten. „Darüber hinaus werden wir auch einige Videosequenzen einspielen und hoffen, dass unser multimediales Theaterspektakel viele Zuschauer anlockt“, hofft Nina Wöckener. Eingeladen sind alle interessierten Zuschauer, die das ultramoderne Märchenspiel am 22. ab 15 Uhr im Forum der GKGS erleben können. „Der Eintritt ist zwar kostenlos, aber natürlich freuen wir uns wenn wir ein paar Spenden für unsere Theater AG bekommen“, hoffen Fiona, Erwin und und Sophie. „Wir freuen uns auf jeden Einzelnen, der kommt und uns zuschaut“, so die jungen Schauspieler. Nina Wöckener freut sich besonders darauf, „dass auch die ortsansässigen Grundschulen am 22. vormittags das modernisierte Märchen erleben können. Um 15 Uhr findet dann die große Aufführung für die Öffentlichkeit statt. „Hoffentlich haben wir ein volles Haus“, wünscht sich nicht nur Erwin.